VfB Stuttgart : Ein Vertrag gegen die Kritik

Die Schwaben stecken in der Krise. Nun hat der Verein ein Zeichen gesetzt. Der VfB Stuttgart verlängert mit Coach Armin Veh.

Oliver Trust
Veh
Der VfB Stuttgart verlängert mit Coach Armin Veh. -Foto: ddp

Stuttgart - Als Armin Veh und Fernando Meira endlich aus der Tür traten, war es spät. Das Training der Verlierer hatte längst begonnen. Die beiden blickten finster drein und sahen ein wenig aus wie ein Schuldirektor und der größte Flegel der hiesigen Lehranstalt nach einem eindringlichen Gespräch. Der Portugiese verschwand wortlos auf den Übungsplatz und drehte einsam seine Runden. Man sah, wie der Kapitän der Stuttgarter starr nach vorne blickte und die Wangenmuskulatur seine Kiefer gleichmäßig in Bewegung setzte.

Es gab viel zu verarbeiten an diesem Morgen nach dem 1:4 im Bundesligaspiel bei Werder Bremen. Da platzte mitten in die Beerdigungsstimmung die Meldung von der vorzeitigen Vertragsverlängerung von Trainer Armin Veh für ein weiteres Jahr bis 2009. Jetzt, da die Krise des Deutschen Meisters überall greifbar scheint, passte das als Gegenmaßnahme bestens ins verzweifelte Management der Schwaben. Nun wird vorerst keiner an Veh herummäkeln oder auf die Idee kommen, etwa der Vorstand um Präsident Erwin Staudt und Aufsichtsratschef Dieter Hundt würden dem VfB-Coach zu Leibe rücken. Trotz des katastrophalen Starts und trotz der beiden jüngsten Niederlagen. Wobei nicht nur die bittere in Bremen für Verdruss sorgte, sondern vielmehr die 1:2-Niederlage zum Auftakt der Champions League bei den Glasgow Rangers. Just in dieser Nacht, von Mittwoch auf Donnerstag, aber hatte man sich noch in Schottland zusammengesetzt und der in Schwierigkeiten geratene Veh unterschrieb den Vertrag.

Am Sonntag wurde dann nur diese Nachricht verkündet, die erwartete Krisensitzung fand nicht statt. Vielmehr trugen die Anwesenden Ruhe und Gelassenheit zur Schau. Nun werden die nächsten Wochen zu einer argen Bewährungsprobe für den gesamten Verein. Die beiden nächsten Ligaspiele gegen Bochum und in Rostock müssen gewonnen werden, genauso wie, man traut es sich kaum zu sagen, sogar das Heimspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona.Oliver Trust

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