Sport : VfB Stuttgart: Hansi Müller blickt lieber nicht zurück

Die Reizfigur bemüht sich um Ruhe: Vorstandsmitglied Hansi Müller richtet bei Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart im Trainingslager im spanischen La Manga nach dem unerwarteten Rücktritt von Sportdirektor Karlheinz Förster den Blick nach vorne. "Als Vorstand haben wir eine Vorbildfunktion und müssen dieser Aufgabe auch gerecht werden. Wir dürfen der Mannschaft nicht auch noch durch Unruhe im Vorstand ein Alibi geben", erklärte der Ex-Nationalspieler gestern in La Manga: "Wir müssen so schnell wie möglich eine Lösung finden, schließlich sollen sich die Spieler auf den Bundesliga-Start am nächsten Wochenende bei Bayer Leverkusen konzentrieren."

Vorwürfe aus dem Umfeld des abstiegsbedrohten Ex-Meisters wegen seiner angeblichen Einmischung in Försters Aufgabenbereich akzeptiert Müller nicht: "Solche Spekulationen sind Blödsinn. Ich habe Karlheinz nichts abgraben wollen. Ich bin im Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und in den vielen schweren Momenten der vergangenen Wochen und Monate hatte ich zwangsläufig mit der Mannschaft zu tun."

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Förster, der seine zumindest zu diesem Zeitpunkt überraschende Demission mit mangelnden Kompetenzen offensichtlich im finanziellen Bereich und einer erschwertern internen Zusammenarbeit begründet hatte, gilt Müller als einer der ersten Anwärter. "Hansi ist ja zuletzt oft in dieser Funktion eingesprungen", orakelte der gegenüber dem Aufsichtsrat mit Vorschlagsrecht ausgestattete VfB-Boss Manfred Haas bereits. Der frühere Italien-Legionär selbst hält sich mit öffentlichen Interessensbekundungen zurück: "In der jetzigen Phase zu diesem Thema eine Stellungnahme abzugeben, wäre nicht richtig."

Nach der Rückkehr der Stuttgarter aus Spanien am Montagabend soll schnellstmöglich eine Sitzung der VfB-Führungsspitze stattfinden. Bei dem Treffen könnte neben Müller allerdings auch Reinhold Zech ein Kandidat für das vakante Amt sein. Der frühere Profi war schon einmal im Stuttgarter Vorstand tätig, trat jedoch aus Protest gegen den damaligen Vereins-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder zurück.

Zech hat auch schon zuletzt Bereitschaft zu einem Comeback in der Führungetage signalisiert: "Wir müssen aufpassen, dass es dem VfB nicht geht wie Borussia Mönchengladbach. Deshalb sind jetzt erfahrene Leute gefragt." Försters Rücktritt ist in der laufenden Saison der bisherige Schlusspunkt unter eine Reihe von zahlreichen Krisen der Schwaben.

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