VfB Stuttgart : Kampf um Markus Babbel geht weiter

Der VfB Stuttgart kämpft vor dem Pokalspiel gegen Bayern weiter um Trainer Markus Babbel. Es steht noch nicht nicht fest, wie lange der Europameister von 1996 noch als Cheftrainer ohne Lizenz arbeiten darf.

Oliver Trust[Stuttgart]
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Job bis zum Sommer. Babbels Zukunft in Stuttgart ist immer noch ungewiss. Foto: ddp

Der VfB Stuttgart verspricht sich viel von Markus Babbel – auch wenn er mit dem Trainer momentan in einer Partnerschaft auf Zeit lebt. Vor dem heutigen Pokal-Achtelfinale gegen Babbels ehemaligen Klub Bayern München (20.30 Uhr, live im ZDF) steht nicht einmal fest, ob der Europameister von 1996 noch lange als Cheftrainer ohne Lizenz arbeiten darf. Bis Saisonende ist das nur mit einer Sondergenehmigung möglich. Doch die Erwartungen an Babbel sind groß am Neckar. Zuerst soll ein Sieg über seinen ehemaligen Mitspieler Jürgen Klinsmann her, was Babbel beim 2:2 in der Liga vor Weihnachten schon fast gelang. Und dann hoffen sie, dass er in der kommenden Saison als Cheftrainer mit Diplom weitermacht.

In der Sache hat man sich in Stuttgart zu stiller Diplomatie entschlossen. Hinter den Kulissen wird dabei mehr gesprochen als verhandelt, weil die Schwaben nicht den Eindruck erwecken wollen, sie würden dem Deutschen Fußball-Bund Vorschriften machen wollen. Nur manchmal lässt Manager Horst Heldt durchschimmern, was den Stuttgartern vorschwebt. „Wir sehen es durchaus als Pflicht des DFB an, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit jemand wie Markus Babbel die nötige Ausbildung machen kann“, sagt Heldt. „ Es ist schwer vermittelbar, dass einer seinen Beruf aufgeben muss, um sich fortzubilden.“ Heldts Argumente sind nachvollziehbar, und in der Verbandszentrale des DFB wird an einer Entzerrung des Lehrganges gearbeitet, um die Ausbildung zeitlich flexibler zu gestalten. Der Stuttgarter Manager klingt zuversichtlich, wenn er sagt: „Wir haben vor, mit Markus Babbel über diese Saison hinaus zu arbeiten.“ Darüber, dass die Stuttgarter eine gefühlte Bringschuld beim Verband sehen, spricht Heldt lieber nicht. Im Sommer wird der VfB-Nachwuchstrainer Rainer Adrion beim DFB als U-21-Nationalcoach anfangen. Der VfB hat Adrion nur schweren Herzens gehen lassen und kam den Trainersuchern beim DFB in gewisser Weise entgegen. Eine „Lex Babbel“ jedoch lehnt Heldt ab: „Es geht um eine Gesamtlösung, die in unsere moderne Zeit passt.“

Babbel ist mit seinen Ansichten so vorsichtig wie Heldt. „Was im Sommer passiert, entscheiden andere. Bis dahin will ich meine Chance nutzen.“ Im Trainingslager in Portugal hielt es Babbel wie an seinem ersten Tag, als man von ihm kein negatives Wort hörte. „Er hat eine unglaubliche Ausstrahlung und Autorität“, sagt Stürmer Mario Gomez. „Er hat vielen Spielern Mut und Kraft gegeben.“ Babbels Botschaft scheint anzukommen: Nur wenn ihr gewinnt, kann auch ich gewinnen. „Wir haben Großes vor in der Rückrunde“, sagt er.

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