VfB Stuttgart : Spieler der Zukunft

Der VfB Stuttgart verpflichtet Kuzmanovic - und doch nicht Miroslav Klose, der medial zum "Systemopfer" des FC Bayern München erklärt und nach Stuttgart verkauft wurde.

Oliver Trust

Stuttgart - Am 31. August, dem letzten Tag, an dem Transfers im Fußball noch möglich sind, ist es leicht, die Schlagzeilen zu bestimmen. Klangvoller Name und ein suchender Verein reichen, um Nachrichtenticker Meldungen im Akkord ausspucken zu lassen. Im Zusammenhang mit dem VfB Stuttgart war es der von Miroslav Klose. Dass der 31 Jahre Nationalstürmer beim FC Bayern angeblich „flüchtet“, erwies sich bald als voreilige Meldung der Münchner Boulevardzeitung „tz“. Der VfB kauft einen Profi fürs defensive Mittelfeld – den 21-jährigen Zdravko Kuzmanovic vom AC Florenz, für sieben Millionen Euro.

Der Nachwuchsmann macht allerdings nicht so viel her wie Klose, der gegen Mario Gomez derzeit einen schweren Stand hat. Da mit Arjen Robben und Franck Ribéry die Flügelstürmerpositionen besetzt sind, hat man medial Klose kurzerhand zum „Systemopfer“ erklärt und nach Stuttgart verkauft. Auch Dietmar Hamann, 36 Jahre alt und ohne Verein, sollte dort angeblich unterschreiben. Denn: Er ist ein enger Freund von VfB-Teamchef Markus Babbel. Selbst der aber scherzte: „Zu haben wäre er, aber man müsste ihn wohl erst noch aufpäppeln.“

Stattdessen also Zdravko Kuzmanovic. Er gilt als Spieler der Zukunft: zweikampfstark und technisch gut. „Wir haben ihn seit seiner Zeit in Basel verfolgt. In Florenz hat er einen kometenhaften Aufstieg erlebt und 90 Pflichtspiele gemacht“, sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt. „Er ist genau der Typ Spieler, den wir uns gewünscht haben.“ Ein Blick auf Kuzmanovics Vita zeigt, dass die Stuttgarter ihrer Linie treu bleiben: Sie setzen auf Perspektivspieler. Der Neue besitzt neben der serbischen Staatsangehörigkeit einen Schweizer Pass, er wurde in Bern geboren. Kuzmanovic spielte zwar für die U-21-Nationalmannschaft der Schweiz, ließ sich aber später von den Serben „überzeugen“. Im Juni 2007 absolvierte er sein erstes Länderspiel.

Auf Schalke wurde zudem über einen Wechsel von Jermaine Jones nach Stuttgart spekuliert. Der ehemalige Nationalspieler galt als Kandidat fürs VfB-Mittelfeld. Dass Jones wechseln würde, dementierte Schalke-Trainer und -Manager Felix Magath in diversen Fernsehinterviews. Zerschlagen hat sich auch der Wechsel des Stuttgarters Yildiray Bastürk zu Besiktas Istanbul. Besiktas bestand auf eine Klausel im Vertrag: Der Kontrakt kann aufgelöst werden, wenn der verletzungsanfällig Bastürk längere Zeit verletzt ausfallen sollte. Das akzeptierte der VfB nicht. Oliver Trust

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