VfB Stuttgart : Stuttgart hat große Pläne für die Champions League

Nach den Qualifikationsspielen gegen den FC Timisoara freut sich Stuttgart über das Erreichen der Champions League. Nun sucht der Verein noch einen neuen Mittelfeldspieler.

Oliver Trust[Stuttgart]

Horst Heldt hatte es angekündigt. „Sie werden mich am Tag der Auslosung schwer erreichen“, sagte er und zwinkerte fröhlich. Das war nicht nur der Hinweis auf die Vorfreude des Managers auf die Champions League, die die Stuttgarter nach den Qualifikationsspielen gegen den FC Timisoara (2:0/0:0) erreicht haben, sondern auch darauf, worauf die Schwaben diesmal keine Lust haben. Nämlich so vorgeführt zu werden wie 2007/2008, als sie als Deutscher Meister nur ein einziges Spiel in der Champions League gewannen und fünf Mal verloren. Auch deshalb geht Heldt auf Einkaufstour. Bis Montag 24 Uhr hat er Zeit, einen neuen Mittelfeldspieler zu holen.

„Wir haben so viele Spiele in der Bundesliga und im DFB-Pokal, der neue Spieler muss nicht zwingend in der Champions League spielen können. Was wir wollen, ist Qualität“, sagte Heldt. Der Neue soll helfen, dass der VfB für die Dreifach-Belastung mit Spielen in drei Wettbewerben gewappnet ist. Infrage kommen laut Heldt auch Kandidaten, die erst in der Rückrunde für den VfB in der Champions League spielberechtigt wären, weil sie in dieser Saison bereits einen internationalen Einsatz absolviert haben. Gojko Kacar von Hertha BSC hätte der VfB gerne, doch Hertha will ihn immer noch nicht abgeben. In Berlin hatte sich der VfB vor kurzem mit einem Acht-Millionen-Angebot eine Absage eingehandelt. Wegen der zu erwartenden Einnahmen aus der Champions League wurde über eine Aufstockung des VfB-Angebotes spekuliert. Christian Poulsen (acht Millionen) ist als Kandidat ausgeschieden. Der Ex-Schalker (Juventus Turin) passt nicht ins Beuteschema der Schwaben. Jonathan De Guzmann von Feyenoord Rotterdam eher, er soll neuer Favorit des VfB sein.

„Wir besitzen schon die Arroganz, diesmal mehr zu wollen als das letzte Mal“, sagte Heldt. Was bedeutet: Der VfB sieht sich nach der dritten Teilnahme in der höchsten europäischen Spielklasse in sechs Jahren nicht mehr als „Neuling, sondern wir wollen dort mindestens Dritter werden und haben nichts gegen Platz zwei“ (Heldt). Und schließlich sagt Heldt: „Diese Arroganz tut uns auch gut.“

Wie stark ist der VfB wirklich und was ist diesmal drin? „Ich denke, die Spieler haben gelernt“, sagt Heldt. Eine Ansicht, die nicht nur Nationalspieler Sami Khedira stützt. „2007 war das für uns eine absolut neue Erfahrung, diesmal wollen wir nicht nur ein Sparringspartner sein“, sagt er.

Durch den Transfer des vom FC Barcelona ausgeliehenen Aleksander Hleb hat man zum fast 40 Jahre alten Torwart Jens Lehmann mehr internationale Erfahrung ins Team geholt. Ebenso mit Pawel Pogrebnjak, der mit seinem Ex-Klub St. Petersburg den Uefa-Cup gewann. Im Mittelfeld setzt man auf Nationalspieler Thomas Hitzlsperger und U-21-Europameister Khedira, der als aussichtsreicher Spieler im deutschen Mittelfeld gilt. In der Abwehr besitzen Matthieu Delpierre und Serdar Tasci gehobenes Niveau, Christian Träsch gilt als Kandidat für die Nationalelf. Verteidiger Georg Niedermeier, ausgeliehen vom FC Bayern, soll gekauft werden, was bisher an der Fünf-Millionen-Forderung der Bayern scheitert. Im Mittelfeld spielt auch Timo Gebhart, der ebenfalls für jugendlichen Schwung beim VfB steht.

Den bringt auch der 36 Jahre alte Teamchef Markus Babbel mit. Er wünschte sich seinen Ex-Klub FC Liverpool als Gegner, während Heldt betont: „Wir werden deshalb keines unserer Ziele aus den Augen verlieren. Wir wollen zusätzlich in der Bundesliga eine gute Rolle spielen.“

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