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VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg 1:2 : Stuttgart ist gerettet

Der VfB Stuttgart ist gerettet, doch Feierstimmung kommt nach dem 1:2 gegen Wolfsburg nicht auf. Viele Fragen bleiben offen - auch die, ob Trainer Huub Stevens über das Saisonende hinaus bleibt.

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Stuttgarts Traoré (li.) im Laufduell mit Wolfsburgs Rodriguez. Stuttgart machte mit dem 1:1 den Klassenerhalt endgültig perfekt.
Stuttgarts Traoré (li.) im Laufduell mit Wolfsburgs Rodriguez. Stuttgart machte mit dem 1:1 den Klassenerhalt endgültig perfekt.Foto: dpa

Obwohl sie wussten, dass sie den Klassenerhalt geschafft hatten, standen die Profis des VfB Stuttgart ratlos auf dem Rasen. Ungetrübte Feierstimmung wollte nicht aufkommen, nachdem Ivica Olic in der Nachspielzeit das 2:1 für den VfL Wolfsburg erzielte, der sich dadurch einen kleine Chance erzielt, die Champions League zu erreichen. Kevin de Bruyne hatte den VfL früh in Führung gebracht, Christian Gentner für Stuttgart nach einer Stunde ausgeglichen.

Als sich die meisten der 58 000 Zuschauer auf eine Rettungsparty einstellten, verlor Arthur Boka in der 92. Minute im eigenen Strafraum den Ball. Obwohl der Vorsprung des VfB (32 Punkte) mit dem Sieg der Münchner beim HSV (27) am letzten Spieltag nicht mehr einzuholen ist, empfanden viele die letzte Heimniederlage der Saison als Ohrfeige. Gegen Wolfsburg gab der VfB wie so oft ein Spiel in den Schlussminuten aus der Hand.

Stevens-Verbleib unklar

Zögerlich schlenderten die Stuttgarter Spieler zur Fankurve. Dort wurde nur einer gefeiert: Cacau. Der Deutsch-Brasilianer verlässt den Klub nach elf Jahren. Die Ehrenrunde, zu der die Schwaben starteten, wurde zu einem emotionslosen Spaziergang. Neben der Niederlage blieb ein Berg aus Fragen zurück. Wie wird es mit Huub Stevens weiter gehen, der schlechte Laune hatte, obwohl er seinen Auftrag als Feuerwehrmann mit der Rettung am 33. Spieltag erfüllt hatte? "Wir reden nach der Saison", sagte Stevens. "Wir haben jetzt bis Dienstag frei und bis dahin brauche ich, um die Enttäuschung zu verarbeiten." Stevens fühlte sich nicht als großer Sieger, obwohl er in den Augen vieler Stuttgarter genau das ist. Hinter den Kulissen wird verhandelt. Stevens fordert neue Spieler und Perspektiven.

Am Zaun des Fanblocks hingen kritische Plakate schwäbischer Fans. "Danke Fredi und Bernd für die geile Saison" auf einem, "Nichts erreicht, nur verhindert" auf einem anderen. Manager Fredi Bobic und Präsident Wahler sind für viele VfB-Anhänger für eine schlechte Runde mit Abstiegssorgen verantwortlich.

Wolfsburgs Manager Allofs: Spiel gegen Gladbach als "Endspiel"

"Das Zittern hätten wir uns ersparen können", klagte aber auch Wolfsburgs Manager Klaus Allofs. Wolfsburg muss nun im letzten Saisonspiel gegen Mönchengladbach "Platz fünf verteidigen". Allofs nannte es ein "Endspiel". Da wird es nicht reichen, die Partie wie in Stuttgart 35 Minuten lang zu dominieren. "Bei konsequenterer Spielweise, hätten wir nicht das Glück eines späten Tores gebraucht", so Allofs.

Der VfL verpasste es, die Führung auszubauen und "hatte zu wenig Passgeschwindigkeit" (Christian Träsch). Das "hat uns ungenau gemacht", so Allofs. Die "brutale Dominanz" (VfL-Coach Dieter Hecking) schwand dahin. „Das Spiel hätte kippen können", sagte Hecking. Stuttgarts Ibrahima Traoré traf den Pfosten (75.). "Ich wünsche mir in Zukunft, dass wir das 2:0 machen und das Spiel wie eine Spitzenteam entscheiden", so Hecking.
In Stuttgart zeigte sich wenigstens der Präsident Bernd Wahler "erleichtert". Trotzdem wird in den kommenden Tagen mehr analysiert als gefeiert. "Keiner wird von kritischen Fragen ausgenommen", sagte Wahler.

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