Sport : VfB Stuttgart vs. Stuttgart 21

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Der Staat hat das Gewaltmonopol, der Fußball das Unterhaltungsmonopol. Der Staat hilft mit seinem Monopol dem Fußball, sein Monopol zu schützen. Durch Polizeieinsätze werden die Stadien der Bundesliga gesichert, zuweilen müssen sogar für brisante unterklassige Landpartien Hundertschaften aus aller Herren Bundesländer zusammengezogen werden. Das führt die Polizei, deren Gewerkschaft immer wieder über Personal- und Ausrüstungsmängel klagt, oft an ihre Grenzen. Dafür kann der Fußball etwas. Geradestehen muss er dafür aber nicht. Warum eigentlich nicht?

Die Frage wird von der Politik, die das Gewaltmonopol zu verwalten hat, in schöner Regelmäßigkeit gestellt. Wenn es nach den Wünschen der Innenminister geht, soll sich der Fußball doch bitteschön an den Kosten von Polizeieinsätzen beteiligen. Nun plädieren sogar die Sportminister der Bundesländer für ein spielfreies Wochenende am 1. Mai – die Polizei hätte mit den revolutionären Hobby-Krawallieros genug zu tun. Auch bei dieser Forderung könnte man fragen: Warum eigentlich nicht?

Aus Prinzip nicht. So lange die Polizei öffentliche Veranstaltungen zu schützen hat und von der Politik keinen anderen Sicherheitsauftrag erhält, muss sie auch Fußball-Wochenenden bewachen. Selbst wenn die Spiele auf den 1. Mai fallen. Für Personal- und Ausstattungsmängel der Polizei kann der Sport nichts, an aktuellen politischen Ereignissen sollte er sich auch nicht orientieren. Denn wo soll die Grenze sein? Darf der VfB Stuttgart nicht mehr spielen, wenn Protestler gegen Stuttgart 21 wieder den Stadtpark blockieren? Muss nicht diese Woche der Ball ruhen, wenn der Castor durch Deutschland rollt? Natürlich verdient der Fußball an sicheren Spielen und wäre gut beraten, sich bei seiner Terminplanung mit Politik und Polizei abzustimmen.

Gezwungen werden darf er aber nicht.

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