VfL Wolfsburg : Benaglio feiert Debüt als Held

Einstand nach Maß: Wolfsburgs neuer Torhüter Diego Benaglio hält den Pokalsieg gegen Schalke im Elfmeterschießen fest.

Jörg Strohschein
Benaglio
Abwehrmaßnahmen. Diego Benaglio -Foto: dpa

WolfsburgEs gibt Tage, da ist das Lächeln von Felix Magath noch ein wenig verschmitzter als sonst. Am Mittwochabend zum Beispiel durfte der Trainermanager des VfL Wolfsburg vergnügt registrieren, wie einer seiner Schachzüge aufgegangen war. Während alle Welt ihm Jens Lehmann aufschwatzen wollte, hatte Magath den in Deutschland völlig unbekannten Diego Benaglio als neuen Torhüter verpflichtet. Und der Schweizer hievte sein Team zum Debüt mit einem glanzvollen Auftritt im Elfmeter-Krimi gegen den FC Schalke 04 ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Benaglio wehrte den Strafstoß von Mladen Krstajic ab und trug damit einen entscheidenden Teil zum 5:3-Erfolg im Elfmeterschießen bei – nach Verlängerung hatte es 1:1 (1:1, 0:1) gestanden.

Es war eine dieser wenigen Partien, in denen die magische Kraft des Fußballs ihren Weg sogar nach Wolfsburg gefunden hatte. In diesem dramatischen Achtelfinale gelang es Magaths Mannschaft erstmals seit langer Zeit wieder, die Zuschauer mit ihrer Darbietung vollständig in den Bann zu ziehen. Die Begegnung in der Wolfsburger Arena hatte zehn Minuten verspätet begonnen, weil der ungewohnte Andrang die Infrastruktur rund um das Stadion zum Erliegen brachte. Und diejenigen der 25 831 Zuschauer, die es trotz der widrigen Umstände pünktlich auf ihre Sitze geschafft hatten, erlebten von Beginn an eine hoch motivierte Wolfsburger Mannschaft, die mit großem Engagement und enormen läuferischen Aufwand versuchte, die individuelle Überlegenheit der Schalker Profis auszugleichen. Und dies gelang bisweilen so gut, dass sie sich gerade in der Anfangsphase der Partie gleich drei gute Tormöglichkeiten erspielte. Doch die Wolfsburger litten unter genau dem Problem, das auch den Gästen im bisherigen Verlauf der Bundesligasaison so schwer zu schaffen machte: Sie trafen das Tor einfach nicht. Die VfL-Angreifer Grafite und Edin Dzeko fielen an diesem Abend durch Einsatzfreude aber nicht gerade durch Effektivität auf und vergaben ihre Möglichkeiten geradezu fahrlässig.

Für die Schalker dagegen schien an diesem Abend alles anders zu sein. Ein einziger echter Torschuss in der ersten Hälfte genügte den Westfalen, um überraschend in Führung zu gehen. Halil Altintop passte geschickt auf Peter Lövenkrands, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte, das 1:0 zu erzielen. Im Anschluss hatten die Schalker das Spiel zwar besser im Griff, doch Souveränität strahlte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka entgegen aller Ankündigungen während der Rückrundenvorbereitung nicht aus.

Vor allem im zweiten Durchgang fehlte es den Schalkern oft an der nötigen Ruhe und der Ballsicherheit, um den Wirkungskreis der Wolfsburger besser eingrenzen und kontrollieren zu können. Und so versuchten Marcelinho und Co. mit nicht enden wollender Leidenschaft, doch noch irgendwie den Ausgleich zu erzielen. Es war bemerkenswert, wie sehr sich der VfL gegen diese Niederlage stemmte. Und der Wille wurde belohnt. In der Nachspielzeit erzielte Sergej Karimow nach einer Ecke von Marcelinho den hoch verdienten Ausgleich. Die Kräfte der Gastgeber schienen auch in der Verlängerung nicht schwinden zu wollen, nur mit Glück konnten die Schalker, die kaum einmal mehr die Mittellinie überquerten, einen weiteren Gegentreffer verhindern. Während im Elfmeterschießen alle Wolfsburger Schützen verwandelten, versagten ausgerechnet bei Schalkes Routinier Mladen Krstajic die Nerven gegen den neun Wolfsburger Schlussmann Benaglio. Es war Karimow vorbehalten, den letztlich verdienten Siegtreffer zu erzielen.

Am Rande der Partie wurde bekannt, dass die Schalker das Angebot des VfB Stuttgart ablehnten, Mesut Özil bis zum Saisonende auszuleihen (plus Kaufoption im Sommer). Eine letzte Möglichkeit, bei Schalke nicht auf der Tribüne zu versauern, ist für den 19-Jährigen nun Hannover 96. Gestern hat Özil in Gelsenkirchen mit den Niedersachsen verhandelt. Statt für sieben Millionen Euro soll er nun für fünf Millionen Euro wechseln können.

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