VfL Wolfsburg : Dieter Hoeneß: Zufrieden im Scheinwerferlicht

Ex-Hertha-Manager Dieter Hoeneß kehrt in Wolfsburg in die Bundesliga und auf die Bank zurück.

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Zur Brust genommen. Dieter Hoeneß ist der neue Chef von Armin Veh. Foto: dpadpa

Der kurze Rundgang an seinem ersten Arbeitstag hat ihm richtig Spaß gemacht. „Ich bin überrascht. Es gibt hier sehr, sehr viele Mitarbeiter“, sagte Dieter Hoeneß und lächelte zufrieden. Das Comeback des 57 Jahre alten Managers soll dazu beitragen, aus dem strauchelnden Meister VfL Wolfsburg wieder eine selbstbewusste und auf lange Sicht erfolgreiche Fußballfirma zu machen.

Das Scheinwerferlicht, in das Hoeneß gestern als das künftige Gesicht des Deutschen Meisters gerückt wurde, gefiel ihm richtig gut. „Ich brauchte eine Pause und habe die Zeit für mich genutzt. Jetzt müssen wir hier die Ärmel hochkrempeln und arbeiten“, sagte der neue starke Mann, den der Aufsichtsrat der VfL Wolfsburg Fußball GmbH nun auch offiziell zum Vorsitzenden der Geschäftsführung gekürt hat. „Wir haben hier alle ein großes Ziel: Erfolg für den VfL. Dem muss sich alles unterordnen“, beteuerte Stephan Grühsem, der Sprecher des VfL-Aufsichtsrates. Lange Debatten über die Machtaufteilung zwischen Hoeneß und VfL-Trainer Armin Veh sind nicht erwünscht. „Mir ist das ganz recht, wenn es hier heute nur um Dieter geht. Aber ich habe meine Hosen noch an“, sagte Veh. Hoeneß wird sich als sein Vorgesetzter um das Geschäftliche kümmern. Und Veh geht künftig wieder überwiegend im Trainingsanzug zur Arbeit. Beide Seiten gaben sich gestern große Mühe, diese Aufgabenteilung als einvernehmlich darzustellen.

Die erste öffentlichkeitswirksame Entscheidung hat Veh seinem neuen Chef gleich abgenommen. „Ich wollte mich bei den Spielen eigentlich auf die Vip-Tribüne setzen. Aber Armin möchte mich gerne unten auf der Bank haben“, sagte Hoeneß. Dem Manager macht es nichts aus, heute zum Auftakt seiner neuen Tätigkeit bei seinem alten Verein VfB Stuttgart anzutreten. Hoeneß scheint vielmehr noch damit zu tun zu haben, seine Zeit bei Hertha BSC in Berlin zu verarbeiten. „Hertha war ein Kraftakt, nach dem ich eine Pause gebraucht habe. Ich wollte ein Kapitel abschließen“, sagte Hoeneß, der für einen Moment sehr emotional wirkte. Er habe in der Zeit nach Hertha seinen Akku wieder aufgeladen, viel Sport getrieben und versucht, nach dem unfreiwilligen Abschied im Sommer 2009 Abstand zu gewinnen. Man könne eben nicht 13 Jahre Blau-Weiß leben und dann plötzlich Grün-Weiß vertreten.

Trotzdem konnte Hoeneß es nicht abwarten. Schon vor Wochen hatte er damit begonnen, den Fußballmarkt nach Verstärkungen für den VfL Wolfsburg zu sichten. Die Schalker Benedikt Höwedes und Rafinha sollen möglichst schnell dem Reiz des Geldes aus Niedersachsen folgen. „Wir müssen in der Rückrunde attackieren und Versäumtes nachholen“, sagte Hoeneß. Als er über die Zukunft von Grün-Weiß sprach, rückte er immer wieder kurz seine Krawatte zurecht. Es war ein Binder in den Hertha-Farben, Blau und Weiß.

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