VfL Wolfsburg : Grafite hilft sich selbst

Dass der VfL sich trotz acht Niederlagen aus den letzten 13 Pflichtspielen stark genug fühlt, Schalke zu schlagen, liegt vor allem an Grafites wiederentdeckter Torgefahr.

WolfsburgVillarreal - Brasilianer, so sagt man, sind sehr gefühlige Menschen. Das trifft wohl auch auf den Fußballer Grafite vom VfL Wolfsburg zu. Und wer will, kann gerne einen Zusammenhang herstellen zwischen seinem erfolgreichen Auftritt am Donnerstag in der Europa League und dem bevorstehenden Wiedersehen mit Felix Magath an diesem Sonntag. Beim 2:2 in Villarreal erzielte Grafite nach Wochen anhaltender Formschwäche beide Tore für die Wolfsburger, am Sonntag trifft er dann mit seinem Klub auf Schalke und den ehemaligen Wolfsburger Meistertrainer Magath.

„Am Sonntag wollen wir ein großes Spiel abliefern“, kündigte Grafite an. Der laut Marcel Schäfer „beste Auftritt der Rückrunde“ nährt die Hoffnung, dass das Ende der Talfahrt bald erreicht ist – möglichst gegen den früheren Trainer. „Wir haben uns den Sieg für Sonntag aufgehoben“, sagte Schäfer.

Dass der VfL sich trotz acht Niederlagen aus den letzten 13 Pflichtspielen stark genug fühlt, Schalke zu schlagen, liegt vor allem an Grafites wiederentdeckter Torgefahr. „Das war ein Befreiungsschlag für ihn“, sagte Sascha Riether. Dabei schien der Brasilianer auch am Donnerstag sein Leistungstief fortzusetzen. Er vergab größte Chancen, die beste nach zwölf Minuten, als er den Ball freistehend aus zwei Metern über das leere Tor schoss. „Nach der ersten Chance dachte ich: Ach, du Scheiße, das wird heute nicht mein Tag“, gab Grafite zu. Doch der Brasilianer arbeitete weiter und belohnte sich selbst: mit einem strammen Schuss zum verdienten 1:1 und dem 2:1 per Elfmeter. „Viele haben mich dafür kritisiert, dass ich an ihm festgehalten habe, aber ich war überzeugt von ihm“, sagte Trainer Köstner.

Rigoroser ging er mit Torhüter André Lenz um. Der Vertreter des verletzten Diego Benaglio wurde kurzerhand aus der Stammelf genommen, für ihn gab der 22 Jahre alte Schweizer Marwin Hitz sein Profidebüt. Köstner bescheinigte ihm „einen ruhigen, sachlichen Eindruck“. Auch gegen Schalke soll Hitz im Tor stehen. dpa

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