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VfL Wolfsburg - SC Freiburg 2:2 : Freiburg mit Moral zum Klassenerhalt

Die Breisgauer erkämpften sich mit einer Energieleistung ein 2:2 beim VfL Wolfsburg und verbessern ihre Chancen auf den Liga-Verbleib. Wolfsburg gab gleich zwei Mal eine Führung wieder ab.

Christian Otto
Duell auf Augenhöhe: Wolfsburgs Träsch (li.) und Freiburgs Kerk.
Duell auf Augenhöhe: Wolfsburgs Träsch (li.) und Freiburgs Kerk.Foto: dpa

Seine Paraden hatten einen ziemlich hohen Unterhaltungswert. Wann immer Max Grün, der etatmäßige Ersatztorhüter des VfL Wolfsburg, in die Nähe des Balles kam oder umgekehrt, passierte etwas Besonderes. Kleine Glanztaten von ihm wechselten sich mit kuriosen Fehlern ab. Der Vertreter des verletzten Diego Benaglio zeigte Kapriolen, die typisch für den Gesamtzustand des VfL Wolfsburg sind. Starke Leistungsschwankungen sorgten für ein 2:2 (1:0) im Heimspiel gegen den SC Freiburg. Im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft ist das eher als Rückschritt zu werten.

Streich: "Bin stolz auf meine Mannschaft"

Ivan Perisic hatte den VfL zweimal in Führung gebracht. Doch die Freiburger konnten durch Admir Mehmedi und den eingewechselten Marco Terrazzino zweimal ausgleichen. Sie waren ein wirklich guter Spielverderber. "Ich bin sauer", sagte Perisic, der sich über seine beiden Tore kaum freuen konnte.

Manches von dem, was Freiburg versuchte, sah ein wenig vogelwild aus. Kurz vor der Rettung im Kampf um den Klassenerhalt hatte das Team von Trainer Christian Streich einige merkwürdige Momente. So gelang Vladimir Darida wie aus dem Nichts ein kräftiger Schuss an die Torlatte. Und sein Kollege Sebastian Kerk wagte direkt neben Schiedsrichter Deniz Aytekin ein Handspiel in luftiger Höhe, als ob er an einem Wettstreit für Basketballer teilnehmen wolle. Es war wohl auch das Unberechenbare an ihnen, das zu einem Punkt führte. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat die spielerische Lösung gesucht", sagte SC-Coach Streich. Zufrieden nahm er zur Kenntnis, dass Freiburg wohl nicht mehr absteigen kann.

Freiburg bestraft Wolfsburgs Nachlässigkeit

Während Freiburg seinen Anspruch auf einen Platz in der Bundesliga angesichts seiner jüngsten Leistungen zu Recht anmeldet, konnte sich Wolfsburg nur bedingt für höhere Aufgaben empfehlen. Nach dem schnellen Führungstor von Perisic drängte das Team um Kapitän Naldo auf eine frühe Vorentscheidung, agierte in der Offensive aber entweder zu kopflos oder zu sorglos. Vor allem Stürmer Ivica Olic, der das Glück erzwingen wollte, wäre in vielen Spielsituationen gut beraten gewesen, den Kopf vor dem Schuss zu heben. Der Kroate übersah mehrfach besser postierte Mitspieler.

Weil zudem Kevin de Bruyne im Mittelfeld erst stark begann und dann stark nachließ, geriet das Kombinationsspiel der Wolfsburger vor 28 255 Zuschauern immer mehr ins Stocken. Und die Patzer von Torhüter Grün, der vor allem beim 1:1 eine sehr unglückliche Figur abgab, sorgten nicht gerade für eine Beruhigung. Wolfsburg drängte, führte, stolperte und zitterte innerhalb eines einzigen Bundesligaspiels. Wer so wankelmütig auftritt, darf sich nicht über ein 2:2 beschweren oder dem Pfostenschuss von de Bruyne in der Nachspielzeit nachtrauern.

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