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VfL Wolfsburg - Schalke 04 1:1 : Kevin De Bruyne rettet Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg hält die Konkurrenz auf Abstand. Gegen den FC Schalke 04 sind die Niedersachsen das bessere Team, brauchen aber ein spätes Tor zum 1:1-Ausgleich..

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Erzielte den späten Ausgleich für Wolfsburg: Kevin De Bruyne, hier im Zweikampf mit Schalkes Kolasinac (li.).
Erzielte den späten Ausgleich für Wolfsburg: Kevin De Bruyne, hier im Zweikampf mit Schalkes Kolasinac (li.).Foto: afp

Dieter Hecking machte einen Schritt nach vorne, lugte kurz um die Ecke, und als er auf der Tafel des Vierten Offiziellen eine rote „4“ leuchten sah, zog er sich wortlos zurück. So gelassen war der Trainer des VfL Wolfsburg am Sonntagabend im Spiel gegen den FC Schalke 04 nur selten. Hecking befand sich in einem Zustand ständiger Erregung, die vor allem in einer Szene aus der ersten Hälfte begründet war. Nachdem Schalkes Verteidiger Sead Kolasinac mit gestrecktem Bein voran in die Beine des Wolfsburgers Vieirinha gegrätscht war, konnte sich Hecking nur schwer wieder einkriegen. Fortan fühlte er sich und seine Mannschaft fortwährend benachteiligt.


Der Spielverlauf konnte ebenfalls lange nicht zur Beruhigung seiner Nerven beitragen. Nachdem die Schalker, mit ihrem ersten gefährlichen Angriff eigentlich, in Führung gegangen waren, mühte sich der VfL lange vergeblich um den Ausgleich. 26 Torschüsse wies die Statistik am Ende für den Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga aus, aber erst zwölf Minuten vor Schluss traf Kevin De Bruyne zum 1:1 (0:0)-Endstand. Letztlich konnten beide Mannschaften mit dem Unentschieden leben. Die Schalker stoppten ihren gefährlichen Abwärtstrend, die Wolfsburger verhinderten drei Tage nach dem 1:4 in Neapel in der Europa League eine weitere Niederlage und sind nun in der Bundesliga seit 20 Heimspielen unbesiegt. „Wir haben weiterhin gebührenden Abstand zu den Mannschaften hinter uns“, sagte Hecking.


Während die Gäste unter anderem auf Höger, Choupo-Moting, Nastasic, Boateng und Fuchs verzichten mussten und insgesamt sieben Spieler aus dem eigenen Nachwuchs aufboten, ließ Hecking einigen seiner hoch belasteten Stammkräfte etwas Schonung angedeihen. Robin Knoche, Josuha Guillavogui und Bas Dost durften von der Bank aus zuschauen. Für den freien Posten des Mittelstürmers wäre eigentlich Niklas Bendtner in Frage gekommen, „aber es gab einen Grund, es nicht zu tun“, sagte Hecking. „Das Abschlusstraining war leider ein bisschen früher, als er gedacht hatte.“

„Es war alles ein bisschen zäh“

So durfte sich der ungelernte André Schürrle als Mittelstürmer versuchen. An ihm lag es nicht, dass der VfL lange offensiv nicht besonders auffällig wurde. Die Schalker verteidigten diszipliniert und gut organisiert. „Es war alles ein bisschen zäh“, sagte Hecking, „aber dann hat die Mannschaft Fahrt aufgenommen.“ In den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte kam der VfL fast im Minutentakt zu guten Chancen. Vieirinha setzte den Ball nach Konfusion im Schalker Strafraum über das Tor. Kevin De Bruyne scheiterte nach einem Konter aus 18 Metern an Ralf Fährmann. Schalkes überragender Torhüter rettete auch aus kurzer Distanz gegen Ivan Perisic und parierte anschließend mit dem Fuß den Nachschuss von De Bruyne.

Sané traf nach starkem Alleingang

Auch die zweite Hälfte begann mit Wolfsburger Dominanz. „Der Druck war ganz enorm“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt. Ricardo Rodriguez traf aus 25 Metern die Latte, wenig später verfehlte De Bruyne eine Flanke von Schürrle. Schalke blieb in der Offensive ungefährlich – bis zur 53. Minute. Nach einer abgewehrten Ecke startete Leroy Sané aus der eigenen Hälfte einen langen Lauf Richtung VfL-Tor. Weil Klaas-Jan Huntelaar nicht hinterherkam, musste Sané die Angelegenheit im Alleingang erledigen. Nachdem sein erster Versuch geblockt worden war, traf er im zweiten zum 1:0 für die Gäste. Es war nach drei Spielen ohne Tor der erste Treffer für die Schalker.
Trotz weiterer guter Chancen der Wolfsburger wuchs bei den Schalkern mit jeder Minute und jeder Parade Fährmanns die Hoffnung auf einen überraschenden Auswärtssieg – bis Kevin De Bruyne den Ball aus 16 Metern überlegt ins Eck setzte.

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