VfL Wolfsburg : Starkes Ego, schwache Mannschaft

Er weiß, dass er ein Problem bekommt, wenn sein Team zum Abschluss einer verkorksten Bundesliga-Hinrunde auch bei Eintracht Frankfurt verliert: Wolfsburgs Armin Veh steht weiter unter Druck.

Christian Otto

Wolfsburg - Die Vorstellung, entmachtet zu werden, ärgert Armin Veh. „Das geht gar nicht“, sagt der Trainer des VfL Wolfsburg, wenn man ihn mit der Variante konfrontiert, dass es mit seiner Ämterhäufung beim Deutschen Meister bald ein Ende haben könnte. Er weiß, dass er ein Problem bekommt, wenn sein Team zum Abschluss einer verkorksten Bundesliga-Hinrunde auch heute bei Eintracht Frankfurt verliert. Aber die Vorstellung, man werde ihm einen Sportdirektor zur Seite stellen, ihn folglich als Geschäftsführer der VfL Wolfsburg Fußball GmbH entmachten, lässt sich mit Vehs starkem Ego nicht vereinbaren.

Bei seinen eigenwilligen Versuchen, um Verständnis für eine sportliche Talfahrt zu werben, erhält Veh derzeit keinerlei Rückendeckung der Entscheidungsträger. Im Aufsichtsrat der Wolfsburger Fußball-Firma herrscht ein eisiges Schweigen. Zu der Frage, wie Vehs Arbeit nach dem Scheitern im DFB-Pokal und in der Champions League sowie schwachen Auftritten in der Bundesliga zu bewerten ist, möchte sich keiner der Herren äußern.

Die Dinge in Wolfsburg sind in eine gefährliche Schieflage geraten. Denn die Ankündigung von VW-Chef Martin Winterkorn, man wolle den VfL in der Champions League etablieren, steht im krassen Gegensatz zur jüngsten sportlichen Bilanz. Die VfL-Mannschaft hat ihren Trainer mit dem Absturz auf Rang neun der Bundesligatabelle und 30 Gegentoren in 17 Spielen in arge Bedrängnis gebracht. „Wir spielen in Frankfurt auch für unseren Trainer“, gesteht Kapitän Josué, der bei den Spielern die größte Schuld für die Krise sieht. Veh übrigens auch. „Mein Trainerteam und ich haben kaum Fehler gemacht“, lautet seine trotzige Analyse.

Veh lehnt eine Rückkehr zum alten Konterfußball kategorisch ab, obwohl seine Umstellung auf eine offensivere Spielweise viele Leistungsträger überfordert oder irritiert. Vielleicht zwingt ihn der Zustand des Wolfsburger Spielfeldes, der wie eine schlimme Bolzwiese aussieht, zu Veränderungen. „Der Rasen müsste eigentlich komplett ausgetauscht werden, aber das geht bei uns leider nicht“, sagt Veh. So müsse man für die Rückrunde in Erwägung ziehen, zumindest im eigenen Stadion auf ein rustikaleres Spielsystem umzustellen. 

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