Victor Skripnik : "Schachtjor ist ein typisches Pokalteam"

Er spielte von 1996 bis 2004 für Werder Bremen. Derzeit trainiert er die U-17 von Werder. Victor Skripnik spricht mit dem Tagesspiegel über Bremens Finalgegner Schachtjor Donezk im Uefa-Cup.

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Victor Skripnik Foto: ddp

Herr Skripnik, Sie fliegen mit Werder Bremen zum Uefa-Cup-Endspiel gegen Donezk nach Istanbul. Werden Sie von Werder als Dolmetscher oder Ratgeber für Thomas Schaaf gebraucht?



Weder noch. Dolmetscher sind bessere vor Ort, und Thomas Schaaf ist bestens informiert. Ich freue mich einfach für mein Land, und natürlich bin ich auch dabei, um Werder die Daumen zu drücken, Deutschland ist meine zweite Heimat. Aber die Entwicklung im ukrainischen Fußball ist beachtlich, nicht umsonst war auch Dynamo Kiew im Halbfinale.

Schachtjor Donezk wird von Rinat Achmetow, dem reichsten Mann der Ukraine, alimentiert. Er ist zugleich Präsident des Vereins und schießt Millionen zu ...

... Ja, ohne Geld kann man keine gute Mannschaft bauen. Aber einfach nur fünf, sechs Brasilianer zu kaufen, reicht auch nicht aus. Wenn man die falschen Südamerikaner verpflichtet, die nicht in die Philosophie passen oder sich nicht integrieren, bringt das wenig – siehe Gustavo Nery oder Carlos Alberto in Bremen. Donezk hat es geschafft, dass die schwierigen Charaktere in dem System von Trainer Mircea Lucescu funktionieren.

Nicht überall funktioniert es in Ihrer Heimat so gut wie in Donezk. Noch immer ist nicht sicher, ob der europäische Dachverband Uefa die EM 2012 in der Ukraine genehmigt und alle vier Spielorte zulässt. Woran hapert es aus Ihrer Sicht?

Es ist peinlich, wenn wir immer Probleme mit Michel Platini, dem Präsidenten der Uefa, bekommen. Ob Straßen, Hotels, Bahnhöfe, Flughäfen – in der Infrastruktur ist einfach noch viel zu verbessern. Die Ukraine hat noch drei Jahre Zeit, aber bis dahin muss sich viel tun.

Zurück zum Europapokalfinale: Wer wird am Mittwoch das Spiel gewinnen?

Auch wenn Schachtjor Donezk schon zu meiner Zeit ein typisches Pokalteam war: Ich tippe auf ein 2:0 für Werder. Wir haben gezeigt, dass die Mannschaft auch ohne Diego eine gute Qualität besitzt.

Das Gespräch führte Frank Hellmann.

Victor Skripnik, 39, spielte von 1996 bis 2004 für Werder Bremen. 24 Mal lief er für die Nationalmannschaft der Ukraine auf. Derzeit trainiert Skripnik die U-17 von Werder.

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