Video : Erste Facebook-Spiele der Geschichte

Bei den Olympischen Spielen 2012 sind erstmals auch soziale Netzwerke ganz groß mit am Start. Die Veranstalter ermuntern Sportler wie Fans, ihre Olympia-Eindrücke zu posten – doch die Zensur durch Teams und Sponsoren ist streng.

Olympia in London - das heißt Spiele im Stadion, in der Schwimmhalle - aber auch in den sozialen Netzwerken. Und zwar ganz groß, zum ersten Mal. Seit den Sommerspielen in Peking vor vier Jahren ist Facebook von 100 auf 900 Millionen Nutzer gewachsen - und die Sportler haben einen direkten Draht zu den Fans. Camille Lacourt, französischer Schwimmer: "Es ist sicher interessant für die Leute, die uns folgen, für die Fans, ein paar Fotos vom Training zu sehen. Das sind meist bloß Fotos vom Schwimmbecken und etwas Fitness-Training. Ich mag nicht so sehr mein Privatleben ausbreiten, da bin ich eher schüchtern."

Rasch ein paar Zeilen oder Bilder in die Welt setzen ist verlockend - und gefährlich: Dreifach-Olympiasiegerin Stephanie Rice twittert gern knackige Fotos von sich - aber 2010 beleidigte die Schwimmerin mit einem Tweet die Schwulen. Rice musste sich entschuldigen und verlor einen Sponsorenvertrag. Und ihre Teamkollegen Nick D'Arcy und Kenrick Monk haben ausgerechnet zu den Spielen einen Monat Soziale-Netzwerke-Verbot, weil sie auf Facebook-Fotos mit Waffen posiert haben. Kenrick Monk, australischer Schwimmer: "Es war schon eine recht harte Strafe - wir wurden einfach von den sozialen Netzwerken verbannt und müssen zudem gleich nach unserem Wettkampf nach Hause fliegen. So was passiert - damit wollen sie uns bestrafen, es ist brutal, aber wir müssen das akzeptieren und nach vorne schauen."

Der Druck der sozialen Netzwerke lastet nicht nur auf den Sportlern, sondern auch auf den Veranstaltern. Das geringste Problem findet sich gleich online - so wie bei Kerron Clement. Der 400-Meter-Star aus den USA twitterte aus dem Bus zum Olympischen Dorf: "Seit vier Stunden gurken wir hier rum. Kein toller erster Eindruck, London. Sportler sind müde, hungrig und müssen mal..." Sportereignisse finden nun live auf Twitter statt, manche erzeugen bis zu 13.000 Tweets pro Sekunde.

Während der Olympischen Spiele werden die Tweets von Sportlern und Zuschauern in Farben umgewandelt und abends auf das große Riesenrad von London projiziert. Bei Gelb ist die Twittersphäre überwiegend positiv, bei Violett negativ. Wer wissen will, wie die Spiele so laufen, braucht also bloß auf das Riesenrad zu schauen - oder er geht halt online. (AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben