Video : Olympia-Debüt für deutsche BMX-Fahrer

Action trifft Tradition – seit den Sommerspielen 2008 gehören die BMX-Fahrer zur olympischen Familie. In London gehen die Extrembiker erneut an den Start, und zum ersten Mal wollen auch zwei Deutsche nach den Medaillen greifen.

Coole Bikes und abenteuerlustige Jungs verbindet man im ersten Moment so gar nicht mit den traditionsreichen Olympischen Spielen. Mit der Sportart BMX-Race ist Olympia in der Gegenwart angekommen. Ihr Debüt feierten die Extrembiker in Peking 2008 mit Aufnahme in die olympische Familie. Auch in London werden die Rennfahrer wieder um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Und diesmal mit einer weiteren Premiere, denn zum ersten Mal werden zwei Deutsche aus Reutlingen und Walheim nach den Medaillen greifen.

Luis Brethauer ist gerade einmal 19 Jahre alt, aber auf dem Bike schon ein alter Hase. Mit acht Jahren führte ihn während des Familienurlaubs der Zufall auf eine BMX-Bahn. Seitdem gibt es ihn nur noch im Doppelpack mit seinem Fahrrad: "Also, das ist Action pur. Es ist sehr schnell, wir sind permanent im Adrenalinrausch im Rennen. Dieses Gefühl, wenn man eben den Wettkampf hat, das heißt man hat den Leistungswillen, man will ja auch irgendwie erfolgreich sein. Man hat die Gegner, die einen umgeben und einfach eine super Stimmung herrscht. Und das dann auch noch verbunden mit BMX-Fahren, was an sich Spaß macht, das heißt springen, durch die Luft fliegen, Geschwindigkeitsrausch, und das insgesamt ist einfach das coolste Paket, was ich kenne."

Auf der Buckelpiste trainiert er mit seinem Teamkollegen Maik Baier, dem zweiten deutschen Teilnehmer bei Olympia, Sprints und Sprünge, bevor es zum Krafttraining nach Stuttgart geht. Auch Baier hat sich schon in Kinderschuhen dem Adrenalin-Sport verschrieben und fährt seit 1996 auf den Abenteuerstrecken der BMX-Welt. Für ihn ist die Szene wie eine Familie, und die Favoriten auf einen Olympiasieg liegen enger beieinander als in anderen Sportarten: "Die Leistungsdichte bei BMX ist ziemlich hoch. Und selbst wenn man ein Titelfavorit ist, kann man trotzdem nicht sagen, dass man jetzt in London dann eine Medaille holt oder 2016 dann. In dem Sport kommen so viele neue Fahrer und gehen so viele Fahrer wieder, je nachdem."

Die spektakuläre Randsportart fristet sicherlich zu Unrecht ein Leben im Schatten der traditionellen Publikumsmagneten. Das könnte sich mit der erstmaligen deutschen Teilnahme an Olympia ändern. Das hoffen auch die beiden deutschen Teilnehmer: "Angenommen, BMX wird jetzt hoffentlich ganz, ganz berühmt und irgendwann gibt es Geschichtsbücher über den Anfang der deutschen BMX-Geschichte, dann sind wir die ersten Olympioniken oder ich einer der ersten Olympioniken. Und dann ist man ja schon, auch wenn man nicht ganz so erfolgreich sein sollte, schon in der Geschichte verewigt. Es ist schon ein sehr cooles Gefühl auf jeden Fall, aber natürlich will ich nach London fahren, um dort etwas zu erreichen und nicht nur dabei zu sein."

Noch träumen die beiden nur von einer Medaille bei den Sommerspielen. Aber Brethauer und Baier wissen, wenn man auf der Piste von null auf sechzig beschleunigt, entscheiden Millisekunden über Sieg oder Niederlage. Und gerade der olympische Geist macht in der jungen Sportart alles möglich.

(rtr)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben