Sport : Videos ohne Beweise

Wettskandalprozess gegen Ex-Profi Karl fortgesetzt

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Berlin - Mühsam geht es voran im Prozess gegen den ehemaligen Fußballprofi Steffen Karl. Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft ihm die Manipulation von Fußballspielen vor, was zu beweisen gar nicht so einfach ist, wie gestern zu sehen und zu hören war. Die Vorsitzende Richterin Gerti Kramer ließ Videoaufzeichnungen der betreffenden Spiele vorführen, auf denen aber nur zu sehen war, dass Karl damals mitgespielt hat. Das war bekannt.

Frank Rohde, früher Trainer beim Chemnitzer FC, soll erzählen, ob sein damaliger Spieler Karl bei ein, zwei Gegentoren nicht ein bisschen unglücklich ausgesehen hat. „Was soll denn das“, blafft Rohde. Bei dem einen Tor sei der eine, beim zweiten ein anderer Spieler Schuld gewesen, „mit Karl hat das gar nichts zu tun“. Rohde lobt seinen früheren Kapitän, „er hat immer seine Leistung abgerufen“, auch in den vermeintlich manipulierten Spielen gegen Kiel und Paderborn. Nur dieser Anruf beim Cottbuser Torhüter Georg Koch, den Karl zur Manipulation anstiften wollte, „das war eine Sauerei“.

Den Anruf bei Koch hat Karl längst zugegeben, und man versteht nicht so recht, warum der jetzt in Duisburg spielende Torwart nach Berlin kommen musste, um das noch einmal zu bestätigen. Nach fünf Minuten darf Koch wieder gehen. Auch der Auftritt der Schiedsrichter-Assistentin Inka Müller bringt nichts Neues. Sie hatte den wegen Betrugs verurteilten Schiedsrichter Robert Hoyzer bei dessen erstem Manipulationsversuch gestoppt. Hoyzer musste im Mai 2004 einen für Paderborn gegen Chemnitz zu Unrecht verhängten Elfmeter zurücknehmen. Karls Anwalt will wissen, ob sein Mandant damals besonders heftig gegen den Elfmeter protestiert habe, das würde für seine Unschuld sprechen. „Gucken Sie ihn sich an, das ist Herr Karl, erinnern Sie sich?“ Inka Müller kann sich an keine Auffälligkeiten erinnern. Der Prozess wird kommenden Donnerstag fortgesetzt. gol

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