Sport : Videoverbot für Albas Basketballer

Benedikt Voigt

Bei Alba Berlin ist es üblich, die meisten Spiele auf Video aufzunehmen. Zwecks späterer Analyse. Die Niederlage (71:79) gegen die Opel Skyliners Frankfurt allerdings bekamen die Spieler des Deutschen Basketballmeisters nicht in einer Gemeinschaftsvorführung zu Gesicht. Man wolle sich auf die Stärken besinnen, sagte Trainer Emir Mutapcic, deshalb möchte er das Video nicht zeigen. Die Mannschaft soll vor dem heutigen Spiel beim Tabellenführer Telekom Baskets Bonn (19.30 Uhr) nicht noch mehr verunsichert werden.

Zwei Niederlagen in Folge ließen Alba Berlin in der Bundesliga auf Platz fünf zurückfallen. Mit den Pleiten in der Hinrunde möchte Henrik Rödl die letzten Spiele aber nicht vergleichen. "Gegen Frankfurt und Leverkusen kann man verlieren", sagte der Mannschaftskapitän, "die sind nicht Bamberg oder Trier." Nun aber muss der amtierende Deutsche Meister in Bonn gewinnen, wenn er noch Chancen auf eine bessere Platzierung haben will. Noch ist fast alles möglich, die besten fünf Vereine trennen in der Basketball-Bundesliga nur vier Punkte. Und abgesehen von Köln (Braunschweig auswärts, Bamberg zu Hause), nehmen sich die meisten Mannschaften noch die Punkte gegenseitig ab. Bonn (Alba zu Hause, Leverkusen auswärts) und Leverkusen (Frankfurt auswärts, Bonn zu Hause) haben das schwerste Restprogramm, Frankfurt (Leverkusen zu Hause, Oldenburg auswärts) und Berlin (Bonn auswärts, Gießen zu Hause) müssen nur noch einmal gegen eine der Topmannschaften spielen. "Wir müssen beide Spiele gewinnen", sagte Henrik Rödl, "dann sehen wir schon, auf welchem Platz wir landen."

Alba Berlin hilft, dass man Angstgegner des Tabellenführers ist. Der letzte Erfolg der Bonner gegen Berlin datiert vom 11. Dezember 1999. Damals machte Derrick Phelps in der Schlussminute den Auswärtssieg (72:70) der Bonner perfekt. Das gleiche Kunststück gelang dem Aufbauspieler am 15. Dezember 2001, allerdings für Alba Berlin. Da erzielte Phelps vier Sekunden vor der Schlusssirene den spielentscheidenden Korb zum 76:75. Es war der zehnte Sieg in Serie über Bonn.

Doch das ist eine Weile her. Aktuell hingegen sind die Probleme von Alba Berlin. Centerspieler Dejan Koturovic hat zwar schon wieder trainiert, flog aber nicht mit nach Bonn. Und zuletzt stellte die Frankfurter Zonenverteidigung die Berliner vor ein Rätsel. "Wir haben einfach zu überhastet geworfen", sagte Flügelspieler Jörg Lütcke. Gegen Bonn soll nun die Ruhe bewahrt werden. Wer die Hardtberghalle und die 3500 fanatischen Bonner Fans kennt, weiß, dass das nicht einfach wird.

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