Sport : Viel Härte, kaum Klasse

Greuther Fürth und der 1. FC Nürnberg trennen sich im hitzig geführten fränkischen Derby 0:0.

Platz ist auf der kleinsten Kutte. Ein Nürnberger Fan auf dem Weg in die Nachbarschaft, ins Stadion von Fürth. Foto: dpa
Platz ist auf der kleinsten Kutte. Ein Nürnberger Fan auf dem Weg in die Nachbarschaft, ins Stadion von Fürth. Foto: dpaFoto: dpa

Fürth - Nürnbergs Trainer Dieter Hecking fasste die 90 Minuten äußerst treffend zusammen. „Das war wirklich kein gutes Spiel“, gestand Hecking nach dem 0:0 seiner Mannschaft beim Nachbarn Greuther Fürth. Das 255. fränkische Fußballderby bot viel Kampf, noch mehr Krampf – aber keine Tore. Immerhin durften sich die Fürther, Tabellenvorletzter der Bundesliga, am Samstag ein wenig freuen, dem großen Lokalrivalen FCN wenigstens einen Punkt abgetrotzt zu haben.

Gegen schwache und nach einer Roten Karte gegen Markus Feulner noch dazu dezimierte Nürnberger wäre allerdings mehr als ein Unentschieden möglich gewesen. „Wir müssen mit dem Punkt leben, hätten aber auch den Sieg verdient gehabt“, erkannte Fürths Trainer Mike Büskens, der weiter auf den ersten Heimsieg in der Bundesliga warten muss. „Wir haben die eine oder andere Torgelegenheit leider nicht konsequent zu Ende gespielt“, musste Büskens zugeben.

Rund 16 000 Fürther unter den 18 000 Zuschauern gaben ihr Bestes, um ihre Mannschaft zum Sieg über den Nachbarn zu brüllen. Jeder Ballgewinn der Spielvereinigung wurde auf den Rängen frenetisch bejubelt, jede Aktion der Nürnberger gnadenlos ausgepfiffen. Die aufgeheizte Atmosphäre übertrug sich aufs Spielfeld, auf dem die viel zu hektisch agierenden Gäste nach überhartem Einsteigen von Markus Feulner, der mit gestrecktem Bein in Nürnbergs Stephan Fürstner flog, schon nach 35 Minuten nur noch zu zehnt waren. „Ein berechtigter Platzverweis, weil Markus zu spät kommt“, sagte Hecking.

Fürths Sercan Sararer glich die zahlenmäßige Unterlegenheit nach einer Stunde aus – dieser Platzverweis allerdings war umstritten. Das interessierte Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer wenig, der Sararer vorwarf, ihn bereits vorher bei einer Szene bespuckt zu haben. „Der hätte da schon gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen“, sagte Schäfer.

Im Blickpunkt des ersten Durchgangs stand vor allem Fürths emotionaler Vorkämpfer Gerald Asamoah, der so gut wie keine Möglichkeit ausließ, wortreich gegen seine Nürnberger Gegenspieler zu sticheln. Richtig geladen war der frühere Nationalspieler dann nach seinen beiden vergebenen Großchancen: Zunächst lief Fürths einzige Sturmspitze allein auf Schäfer zu und ließ sich den Ball leichtfertig abluchsen, kurz vor der Pause scheiterte er aus kürzester Distanz am starken Schlussmann.

Im Duell zweier Abstiegskandidaten zeigten sich die Gastgeber bissiger, präsenter und ballsicherer. Vor dem Tor allerdings waren sie viel zu harmlos.

Mit einem Mann weniger begnügten sich die Nürnberger damit, einigermaßen kompakt in der Defensive zu stehen. Das änderte sich auch nicht, als Sararer das Spielfeld verließ. Erst in der 65. Minute verzeichnete der 1. FC Nürnberg seine erste Chance überhaupt, einen Verzweiflungsversuch von Javier Pinola. dpa

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