Sport : Viel Rauch um einen Punkt

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Berlin. Feuerwerk muss sein. Selbst wenn es noch hell ist und nichts außer Rauch zu erkennen ist. Schließlich hat der Pyrotechniker bei Berlin Thunder in dieser Saison noch keine Gelegenheit gehabt, seine Raketen in den Himmel zu verschießen. Das darf er nur nach einem Heimsieg und genau diese Voraussetzung fehlte, bis der FC Barcelona Dragons ins Jahnstadion kam. Der Tabellenletzte aus der NFL Europe präsentierte sich auch gegen das Berliner Footballteam äußerst schwach und wurde mit einer Niederlage nach Spanien zurückgeschickt. Thunder gewann verdient mit 24:14 (7:7, 7:0, 7:7, 3:0), und so gab es eben Grund zum Feuern.

Das Feuerwerk blieb auf die Nordkurve beschränkt. Auf dem Rasen bot sich den 8484 Zuschauern dagegen nur Mittelmäßiges. Trainer Peter Vaas rang dem Gesehenen wie immer eine positive Seite ab: „Lieber spielen wir normal und gewinnen, als gut zu spielen und dann doch knapp zu verlieren, wie in den ersten Spielen.“ Tatsächlich machte sich seine Offensive nur selten bewusst, dass sie gegen die schlechteste Abwehr der Liga spielt. Dennoch nutzte Quarterback Todd Husak jede sich ihm bietende Chance. Im ersten Viertel lief er über 21 Yards selbst zum Touchdown und schickte kurz vor der Halbzeitpause Kenny Christian mit einem Kurzpass in die Endzone zum 13:7.

Nach der Pause bekam der zweite Quarterback Tim Hasselbeck seine Chance und nutzte diese effektiv zur Vorbereitung des dritten Touchdowns durch Walter James. Nach dem erneuten Anschluss der Dragons verwandelte Kicker Danny Boyd im letzten Viertel ein Fieldgoal zum 24:14. Eine Minute vor dem Ende ging Tim Hasselbeck dann in die Knie. Doch der 24-Jährige hatte nicht etwa einen unglücklichen Zusammenprall, sondern signalisierte damit nur, dass er die verbleibene Zeit ohne Spielzug runterlaufen lässt. Mit dieser Taktik wollte Trainer Vaas das Risiko eines schnellen Konterspielzugs umgehen. Es wurde belohnt, wenn auch nur mit einem Punkt und nicht mit einem sehenswerten Feuerwerk. Ingo Wolff

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