Sport : Viel Sand, viel Schotter

Die besten Galopper der Welt finden sich zum Dubai-World-Cup in der Wüste ein – vor allem wegen der hohen Preisgelder

Ulrich Nickesen[Dubai]

Eigentlich ist Scheich Mohammed Al Maktoum ein Autofan. Sein Reichtum, seine imposanten Bauten, selbst seine Stellung als Kronprinz und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate gründen sich auf dem Verlangen von Millionen durstiger Motoren nach Treibstoff. Aber Mohammed Al Maktoum mag auch Pferde. Und er weiß wie alle anderen hier in Dubai, dass die Erdölreserven nicht ewig währen. Nur noch 25 Prozent der Staatseinnahmen werden durch den Verkauf von Öl abgedeckt. Der Trend in Dubai geht weg vom Öl, hin zur Mega-Architektur, zum Mega-Shopping und zu den sportlichen Mega- Events. Eines davon ist der Dubai-World-Cup.

Das Pferderennen hat Scheich Al Maktoum vor zehn Jahren ins Leben gerufen. „Wir wollten einmal im Jahr die besten Galopper der Welt in Dubai sehen“, sagt er. Sein Ziel hat Al Maktoum erreicht. Dank eines Preisgeldes von 15,25 Millionen US-Dollar – davon sechs Millionen allein im Hauptereignis – ist das Rennen mittlerweile ein fester Bestandteil im Kalender des internationalen Turfs geworden. Nirgendwo wird mehr Geld für den Sieg bei einem Pferderennen bezahlt. Die Preisgelder auf der Wüstenrennbahn relativieren sich ein wenig, wenn man bedenkt, dass allein die Einnahmen durch den Verkauf von Erdöl in Dubai jeden Tag 250 Millionen US-Dollar betragen.

Auch zum zehnjährigen Jubiläum des Dubai-World-Cups am Ostersamstag folgten Vollblüter aus allen fünf Kontinenten der Einladung und dem Geld der Scheichs und verliehen dem Renntag jene Internationalität, nach der sich das Land so sehnt.

Für die Galopper der vier pferdebegeisterten Al-Maktoum-Brüder aus Dubai, die das größte Vollblüter-Imperium der Welt mit einem Wert in zweistelliger Milliardenhöhe aufgebaut haben, verlief der diesjährige Renntag nicht sehr erfolgreich. Der einzige Erfolg war ein Außenseitersieg im Derby. Auch in den anderen Millionenrennen bestimmten die Außenseiter aus Australien, Südafrika oder den USA das Renngeschehen. Lediglich im Hauptereignis gab es einen Favoritensieg: Der fünfjährige Hengst Roses in May bestimmte unter Jockey John Velasquez das 2000-Meter-Rennen vom Start an und gewann mit beeindruckender Leichtigkeit. Dynever und Choctaw Nation kamen auf die Plätze. Wenig Glück hatte der aus Deutschland angereiste Martillo im Meilenrennen. Der Kölner Hengst enttäuschte und wurde nur Zehnter; allerdings war er auch nie zuvor auf einer Sandpiste galoppiert.

In Dubai ist mit dem World-Cup die Rennsaison quasi beendet. Seit Januar fanden im Rahmen des „Dubai Carnival“ elf Renntage mit einer Gesamtdotierung von 25 Millionen US-Dollar und mit dem krönenden Abschluss im World-Cup statt.

Die Galopper der Scheichs überwintern und trainieren nun bis April in Dubai. Die Unterkunft der Vierbeiner erinnert dabei mehr an ein Fünf-Sterne-Hotel als an einen herkömmlichen Pferdestall. Den Tieren steht beispielsweise ein Swimmingpool zur Verfügung. Danach werden sie in England trainiert und darauf vorbereitet, alle bedeutenden Rennen weltweit zu gewinnen. Bis auf das Kentucky- Derby ist ihnen das auch gelungen. Kein Wunder, bei einer solchen Vorbereitung.

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