Sport : Viel Spaß auch ohne Erfolg

Michael Schumacher genoss den Ausflug in seine Vergangenheit in vollen Zügen. In der stillgelegten Kiesgrube von Kerpen-Manheim kostete der Formel-1-Weltmeister nicht nur jede Runde im Kart auf dem Erftlandring aus, sondern erfreute sich auch an der persönlichen Pflege des für ihn im Moment eher ungewöhnlichen Gefährts. Und trotz eines Großaufgebots an Medienvertretern blieb der Kerpener auf seiner Heimatbahn gut gelaunt, auch wenn es zum Abschluss nicht nach Wunsch lief.

Im ersten Rennen rutschte Schumacher mit seinem Kart acht Runden vor dem Ende von der Piste und würgte bei dieser Aktion den Motor ab. Im Lauf danach zeigte er mit Rang drei dagegen fast die alte Klasse. "Es gab Momente, in denen ich dachte, es könnte mehr rausspringen", sagte er nach dem WM-Titelgewinn des 19 Jahre alten Italieners Vitantonio Liuzzi.

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Schumachers Weg zur WM
Online-Gaming: meinberlin.de sucht den Formel-1-Champion! Das Interesse an Schumachers Auftritt war riesig, fast ständig verhinderte eine Wand von Kameras den Blick auf den Ausnahmefahrer. Doch zu hören war Schumacher: "Es macht mir sehr viel Spaß hier. Die Umstellung von der Formel 1 zurück zum Kart ist eine große Herausforderung für mich." Davon konnten sich die "Schumi"-Fans bereits beim Einfahren überzeugen: Den ungewollten Ausflug in das Kiesbett korrigierte Schumacher zusammen mit einem Helfer und trug das Gefährt in das Fahrerlager. Dort erledigte der Ferrari-Pilot im üblichen roten Outfit das, was ihm im richtigen Formel-1-Leben die Mechaniker abnehmen: Vergasereinstellungen oder Wasserpumpe austauschen. "Beim Kart muss man das Auto selbst präparieren, in der Formel 1 hat man dafür einen Stab von Ingenieuren", erklärte Schumacher.

In Kerpen liegen die automobilen Ursprünge des viermaligen Formel-1-Champion. Vater Rolf war hier Bahnleiter, Mutter Elisabeth betrieb die Kart-Bahn-Gaststätte. Mit seinem Bruder Ralf holte sich Michael hier das Rüstzeug für seine große Karriere. Auch im Fahrerlager stößt Schumacher Schritt für Schritt auf seine Anfänge: "Ich treffe hier immer noch Kollegen von früher."

Der Star der Kart-Weltmeisterschaft überstrahlte alle und bekam dies zu spüren. "Die anderen Fahrer trauen sich nicht, mich anzusprechen", sagte er. Bei einem Durchschnittsalter von unter 20 Jahren war Schumacher fast ein Oldie. "Ich kann eigentlich nur verlieren als Formel-1-Weltmeister. Aber das stört mich nicht. Ich bin vor allem des Spaßes wegen hier", meinte der Wahlschweizer, der direkt nach dem letzten Rennen nach Italien zu einem Fußballspiel zu Gunsten der Welthungerhilfe flog.

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