Sport : Viel Wind ums Finale

Ein Tropensturm gefährdet die Endspiele der US Open – Roger Federer zeigt sich davon unbeeindruckt

New York - Roger Federer ist noch vor der Ankunft des Tropensturms „Hanna“ erneut in das Finale der US Open gestürmt und kann als erster Spieler seit 84 Jahren zum fünften Mal in Folge das Turnier gewinnen. Der Schweizer siegte vor dem großen Regen am Samstag in New York 6:3, 5:7, 7:5, 6:2 gegen den Serben Novak Djokovic. Der Australian-Open-Sieger war Federer im Vorjahr an gleicher Stelle im Endspiel unterlegen. Im Finale trifft Federer entweder wie schon bei den French Open und in Wimbledon auf den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal aus Spanien oder den Schotten Andy Murray. Das zweite Halbfinale wurde beim Stand von 6:2, 7:6 (7:5), 2:3 für Außenseiter Murray wegen Regens abgebrochen. Damit blieb ungewiss, ob das Endspiel wie geplant am Sonntag stattfinden kann oder erstmals seit 1987 auf einen Montag verschoben werden muss. Das für Samstag geplante Frauen-Finale zwischen Serena Williams und Jelena Jankovic musste ebenfalls auf Sonntag verschoben werden.

„Ich bin zufrieden, dass wir noch vor dem Regen fertig geworden sind. Ich bin so glücklich, wieder in einem Grand-Slam-Finale zu sein“, sagte Federer. Der 27-Jährige wäre dank seiner Wimbledon-Siege zwischen 2003 und 2007 der erste Spieler der Tennis-Geschichte, der bei zwei der vier Grand-Slam-Turniere fünfmal hintereinander triumphiert. Auf die Frage nach seinem bevorzugten Gegner antwortete Federer: „Ich nehme am liebsten den Pokal.“

Der Baseler nahm bei bedecktem Himmel und mehr als 80 Prozent Luftfeuchtigkeit Revanche für sein Halbfinal-Aus gegen Djokovic bei den Australian Open. Dort war Federer noch durch die Folgen einer Viruserkrankung geschwächt. Diesmal präsentierte er sich nach schwankenden Leistungen weitgehend souverän und servierte stark. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich merke, dass ich am längeren Hebel bin. Mit dem dritten Satz habe ich auch seinen Willen ein bisschen gebrochen“, sagte Federer über Djokovic.

Der serbische Olympia-Dritte war nach seinem Viertelfinal-Sieg über Andy Roddick und Kritik am Lokalmatador noch ausgebuht worden. Er hatte sich geärgert, dass Roddick sich über echte und vermeintliche Verletzungen des Serben mokiert hatte. Die Zuschauer im nicht voll besetzten Arthur-Ashe-Stadion behandelten den 21-jährigen Djokovic im Halbfinale meist fair, die Sympathien gehörten in entscheidenden Momenten allerdings eindeutig Federer, was Djokovic im dritten Satz spöttisch mit erhobenem Daumen kommentierte. dpa

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