Sport : Viel Wirbel, wenig Tore

Union gewinnt 2:0 gegen Wilhelmshaven

Matthias Koch

Berlin - Vor und während des ersten Regionalliga-Heimspiels des 1. FC Union gegen den Mitaufsteiger SV Wilhelmshaven goss es in Strömen. Den Kickern aus Berlin war es am Ende egal. Vor 5388 Zuschauern an der Alten Försterei gewannen sie 2:0 (2:0), wenngleich die zweite Halbzeit schwach war. „Das waren wieder drei Punkte gegen den Abstieg. Aber die bisherigen beiden Gegner waren keine Gradmesser. Wir müssen noch eine Schippe drauflegen“, forderte Unions Präsident Dirk Zingler.

Voraussetzung für den zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel – eine Woche zuvor hatten die Köpenicker Hertha BSC II mit 3:0 bezwungen – war eine starke Vorpausenleistung. Zwischen der 17. und 36. Spielminute veranstalteten die Berliner, die auf ihren am rechten Knie verletzten Kapitän Sebastian Bönig verzichten mussten, ein mittleres Scheibenschießen. Heraus sprang allerdings nur ein 2:0-Vorsprung, den Ersatzkapitän Daniel Teixeira mit zwei Toren in der 17. und 20. Minute sicherstellte.

Der Brasilianer, der vor der Partie von den Fans zum „Unioner des Jahres“, also der Saison 2005/06, gekürt worden war, hätte allerdings seine Bilanz noch weiter in die Höhe treiben können. „Daniel Teixeira hätte mindestens fünf Tore machen müssen. Eines ist klar, wir werden nicht jedes Spiel so gewinnen“, monierte Unions Trainer Christian Schreier.

Noch mehr erregten den Union-Trainer, der im Gegensatz zur Vorwoche in der Abwehr mit einer Dreier- anstatt einer Viererkette spielen ließ, die zweiten 45 Spielminuten. Diese wurden komplett von den derzeit wohl nicht regionalligatauglichen Norddeutschen dominiert. Die Berliner versteckten sich plötzlich. „Wir haben uns zu weit nach hinten fallen lassen“, kritisierte Teixeira. Dabei hatten die Berliner Glück: Orhan Özkaya, Andreas Mayer, Daniel Isailovic und Dennis Mendel in der Schlussminute scheiterten an sich selbst oder am starken Berliner Schlussmann Jan Glinker.

„Wir haben mal wieder gezeigt, wie man mit viel Aufwand nichts einfahren kann. Leider haben uns zwei Fehlpässe ins Hintertreffen gebracht“, ärgerte sich der Wilhelmshavener Coach Wolfgang Steinbach. Der frühere DDR-Nationalspieler des 1. FC Magdeburg musste mit seiner Elf bereits die dritte Niederlage in Serie hinnehmen.

Der 1. FC Union war jedoch nicht in der Lage, die Gäste klar zu schlagen. Teixeira, der in der 85. Spielminute noch den Pfosten traf, sowie Karim Benyamina ließen die wenigen Konterchancen aus. „Die zweite Halbzeit war die bisher schlechteste Hälfte unter meiner Regie“, erregte sich Trainer Christian Schreier. „Das war saft- und kraftlos.“ Momentan reicht es für den Neuling in der Regionalliga, bei dem im Mittelfeld Andreas Biermann und in der Abwehr Daniel Göhlert einen starken Eindruck hinterließen, jedoch immerhin zum fünften Tabellenplatz. Nach der gestrigen Leistung erscheint es allerdings nicht unbedingt wahrscheinlich, dass Union diesenTabellenplatz am kommenden Freitag im Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen II festigen kann.

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