Sport : Viel zu viele Diskussionen

Manfred Amerell

Eine Saison lang haben wir uns in dieser Kolumne mit den strittigen Entscheidungen des Wochenendes auseinander gesetzt. Was bleibt im Rückblick auf das Jahr haften, Herr Amerell?

Der negative Trend in dieser Spielzeit war neben den zahlreichen Ellenbogenfouls sicher die Zunahme unsportlichen Verhaltens. Da wird der Spielablauf ständig behindert, weil nach jeder Entscheidung des Schiedsrichters unbeteiligte Spieler aus 30 Meter Entfernung heranstürmen und irgendwelche Strafen fordern. Zudem könnte so mancher Spieler nach einem harmlosen Foul schneller wieder aufstehen, anstatt sich das Gesicht zu halten, obwohl er am Fuß getroffen wurde, oder auch noch weiter zu provozieren.

Wir brauchen ein anderes Verständnis vom Spiel, das besser fließen könnte und attraktiver wäre, wenn alle mitmachten. Hier haben auch die Zuschauer eine Macht, sie haben ein gutes Gespür für die Situationen. In England beispielsweise wird sofort gepfiffen, wenn ein Spieler unnötig das Spiel aufhält. Auch bei uns ist in den Stadien schon eine Entwicklung spürbar, noch ist der Mentalitätswechsel aber nicht vollzogen.

Insgesamt sind die Schiedsrichterleistungen in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau. Natürlich wurde auch am letzten Spieltag über einzelne Entscheidungen wie in Hamburg heftig diskutiert. Das gehört dazu. Aber allein daran, dass niemand in den vergangenen Monaten eine Grundsatzdiskussion entfacht hat, lassen sich die guten Leistungen ablesen.

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