Sport : Viele Tore und ein wenig Trost

Nach dem 6:3 der Bayern in Stuttgart hat sogar Münchens Trainer van Gaal Mitleid mit den Schwaben

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So sieht Entsetzen aus. Zdravko Kuzmanovic (links) und Serdar Tasci. Foto: dpa Foto: dpa
So sieht Entsetzen aus. Zdravko Kuzmanovic (links) und Serdar Tasci. Foto: dpaFoto: dpa

Elf Gegentore innerhalb weniger Tage – das ist eine abenteuerliche Bilanz für den neuen Stuttgarter Trainer Bruno Labbadia. Auch wenn der Gegner zwei Mal Bayern München hieß. Nach dem 3:5 am Sonntag in der Meisterschaft verloren die Schwaben nun am Mittwoch 3:6 gegen denselben Gegner, dessen Trainer sich dann auch noch als Tröster versuchte. Bayerns Coach Louis van Gaal sagte zur Situation der Stuttgarter: „Ich denke, es ist kein Problem, sich zu retten, aber es wird nicht einfach.“

Es war ein kurioses Spiel, in dem die Münchner am Ende gegen neun Stuttgarter siegten. Khalid Boulahrouz sah in der 67. Minute ebenso Gelb-Rot wie Matthieu Delpierre drei Minuten vor dem Ende. Bayerns Torwart Jörg Butt hatte in der 73. Minute beim Stand von 3:2 einen von ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter gehalten, bevor Tomas Müller, Miroslav Klose und Franck Ribéry die entscheidenden Treffer für den Pokalverteidiger gelangen. Doch trotz des Sieges herrscht in München Unruhe: In der 54. Minute holte Louis van Gaal Kapitän Mark van Bommel vom Feld. Der machte durch provozierende Gesten deutlich, wie wenig er damit einverstanden war. Es könnte das letzte Spiel des Niederländers für die Bayern gewesen sein. „Ich habe noch einen Vertrag für sechs Monate und es ist alles möglich: dass ich in der Winterpause gehe, dass ich bis zum Ende der Saison bleibe oder sogar verlängere“, sagte der 33 Jahre alte van Bommel. „Im Moment gehe ich davon aus, dass ich in drei Wochen wieder dabei bin.“ Van Gaal bezeichnete die Personalie als Sache des Münchner Vorstandes. „Letztendlich entscheidet aber der Spieler“, sagte der Niederländer. Auf die Frage, ob er persönlich wolle, dass der Mittelfeldspieler bleibe, gab van Gaal keine Antwort.

In seinem zweiten Spiel als Trainer des VfB hatte Labbadia nach dem 3:5 gegen den FC Bayern im Bundesligaspiel umgestellt. Dass machte sich beim zweiten Treffer der Münchner bemerkbar – das 1:0 hatte zuvor schon Andreas Ottl mit einem satten Fernschuss aus 30 Metern erzielt. Statt Ermin Bicakcic bewachte gestern Khalid Boulahrouz die rechte Abwehrseite, doch Thomas Müller hatte davon wenig mitbekommen, so dass er ungestört flanken konnte. In der Mitte war Mario Gomez zur Stelle und die Bayern führten 2:0. Nach acht Minuten. Dann aber spielten die Stuttgarter plötzlich auf Augenhöhe. Pogrebnjak traf gleich zwei Mal. Das nächste Tor erzielten die Bayern. Gomez-Vertreter Miroslav Klose nutzte eine VfB-Fehlerkette zum 3:2. Es ging turbulent weiter. Martin Harnik traf nach einer Stunde nur die Latte. Die Stuttgarter wollten sich nicht geschlagen geben. Pogrebnjak hatte die nächste Möglichkeit. Dann sah Boulahrouz Gelb-Rot nach einer Attacke gegen Bastian Schweinsteiger. Schiedsrichter Florian Meyer blieb beim Platzverweis, obwohl sich Schweinsteiger für den Sünder einsetzte. Wenig später traf Delpierre zum 3:3, bis dann der erfolgreiche Bayern-Endspurt folgte.

Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic sprach danach von „einen brutalen Ergebnis“, aber man müsse nun „das Positive herausziehen“. Damit lag der VfB-Sportdirektor mit Labbadia auf einer Linie, der von „Riesenmoral“ der Mannschaft sprach: „Nur mit Geschlossenheit können wir die schwierige Situation meistern. Wir wollen aber die Augen nicht verschließen, dass wir noch sehr viel Arbeit vor uns haben.“

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