Sport : Viele Verletzte und zwei Sperren

Den Eisbären fehlen heute wichtige Spieler

 Katrin Schulze

Berlin - Eishockey ist ein flinkes Geschäft. Hier, da ein Saisonspiel das nächste jagt, ändern sich die Dinge noch schneller als in anderen Sportarten. Da braucht man nur Don Jackson zu fragen. Gerade noch schien der US-amerikanische Trainer mit seinen Eisbären den Kritiken nach zu urteilen in der schwersten Krise seit Jahren zu stecken – und nun soll nach zwei hohen Siegen in Hamburg (6:0) und in Nürnberg (5:2) schon wieder alles bestens sein. Für Jackson ist es – frei übersetzt – nichts weiter als „ziemlicher Mist“, was in der jüngeren Vergangenheit alles über ihn und seine Mannschaft erzählt worden ist.

Auf Tabellenplatz drei finden sich die Berliner nach gut der Hälfte aller 56 Hauptrundenspiele wieder – es hätte auch schlimmer kommen können, findet Jackson, einen Grund zum Meckern hat der Coach trotzdem. „Manchmal ist es frustrierend, zu sehen, wie die Schiedsrichter pfeifen“, sagt er, und das nicht zum ersten Mal. Die Beschwerden über die Referees gehören zu den wenigen Konstanten bei den Eisbären in dieser Spielzeit. Schon länger fordert der 54 Jahre alte Amerikaner professionelle Schiedsrichterbeobachter in der Liga, weil die deutschen Offiziellen so manches Mal überfordert seien.

Dass Jackson gerade nach dem Spiel in Nürnberg wieder zur großen Schiedsrichterkritik ansetzt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich sorgte Referee Roland Aumüller mit „einigen fragwürdigen Entscheidungen“ (Jackson) dafür, dass den Eisbären am Donnerstag im Heimspiel gegen die Adler Mannheim (19.30) ihre derzeit wichtigsten Stürmer André Rankel und Florian Busch fehlen: Beide hatten es am Dienstag auf den Nürnberger Jeff Likens abgesehen und handelten sich wegen allzu harter Checks ihre dritte Zehnminutenstrafe der laufenden Spielzeit ein.

Nun sind Ausfälle in einer langen Eishockeysaison nichts ungewöhnliches, doch für die Eisbären wirken sie sich langsam zu einem zumindest nicht unerheblichen Faktor aus. Ohnehin nicht mit dem größten Kader der Liga ausgestattet müssen sie im Moment noch auf die Angreifer Mads Christensen, Jeff Friesen und Laurin Braun sowie den Verteidiger Richie Regehr verzichten. Da sind die beiden Sperren so ziemlich das letzte, was die Berliner gebrauchen können. Von einer Verschwörung der Schiedsrichter gegen die Eisbären will Jackson zwar nicht sprechen, dennoch findet er es auffällig, „wie viele falsche Strafen gegen uns gepfiffen werden“. Ein wirkliche Rezept dagegen fällt dem Trainer nicht ein, es hilft wohl nur, „wenn wir da drüber stehen und trotzdem gewinnen“, sagt Don Jackson. „Es ist mal wieder Zeit für eine Serie.“

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