Sport : Viele Wackler hinten, viele Tore vorn Wie sich Wolfsburg

im Uefa-Cup steigert

Wolfsburg - Mit fünf Toren hat der VfL Wolfsburg sein erstes Ausrufezeichen in einem europäischen Cup-Wettbewerb gesetzt. „Jetzt haben die anderen uns kennengelernt und wissen, wie stark wir sein können“, sagte Angreifer Grafité nach dem 5:1 (2:1) gegen den SC Heerenveen zum Auftakt der Uefa-Cup-Gruppenphase selbstbewusst.

Aus gutem Grund: Der 29 Jahre alte Brasilianer erzielte in seinem dritten Europapokalspiel für den VfL sein drittes Tor. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte der VfL den niederländischen Ehrendivisionär regelrecht schwindlig gespielt. Das Risiko von Trainer Felix Magath, gleich fünf Offensivkräfte aufzubieten, zahlte sich voll aus. Edin Dzeko, Grafite, Zvjezdan Misimovic und Jacek Krzynówek trafen vor 15 615 Zuschauern. Aber auch Ashkan Dejagah erfüllte die Erwartungen mit spektakulären Flankenläufen. Das sah Magath ebenso und lobte die Einstellung seiner Profis. „Ich freue mich, dass wir nach dem 3:1 weiter nach vorne gespielt, weitere Tore erzielt und auch danach bis zum Schlusspfiff nicht locker gelassen haben“, sagte der 55-Jährige, der sein Credo von offensivem Kombinationsfußball wohl so gut wie noch nie in seiner nunmehr fast eineinhalbjährigen Amtszeit in Wolfsburg umgesetzt sah.

Da störte es fast nicht, dass es hinten den einen oder anderen Wackler gab. „Wir wollen Tore schießen. Das ist unsere Stärke. Aber dennoch müssen wir hinten natürlich noch besser stehen“, erklärte Abwehrchef Andrea Barzagli. Der Weltmeister und seine Nebenleute sahen vor allem beim 0:1 durch Myka Väyrynen nach knapp einer halben Stunde alles andere als souverän aus. Wohl ganz gut so, fand Magath: „Das war so etwas wie eine Hallo-Wach-Tablette.“ Die Wirkung konnte nicht nachhaltiger sein.

Beim SC Braga, dem nächsten Gegner in der Gruppenphase, sollte sich sein Team am 27. November darauf lieber nicht verlassen. „Das wird kein leichtes Spiel. Aber jeder Sieg auf der europäischen Bühne gibt mehr Selbstvertrauen, gerade für die jüngeren Spieler. Das nehmen wir mit nach Portugal“, versprach Barzagli.

Ein Sieg in Braga würde fast schon das Erreichen der Runde der besten 32 Mannschaften bedeuten. Allerdings haben die Wolfsburger in dieser Saison vergessen, wie man in fremden Arenen gewinnt. In der Bundesliga langte es in sechs Versuchen bislang nur zu drei Remis. „Wir lassen uns auswärts häufig zu weit nach hinten drängen und fangen uns dann einen ein. Das müssen wir abstellen“, forderte Misimovic. Gegen Liga-Schlusslicht Energie Cottbus ist am Samstag in der Wolfsburger Arena aber erst einmal wieder die Offensive gefordert. dpa

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