Vielseitigkeits-EM : Deutsche Buschreiter auf Titelkurs

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben bei der EM in Italien beste Chancen auf den Titelgewinn und liegen nach Abschluss der Dressurprüfungen knapp vor England an der Spitze. Auch Bettina Hoy führt in der Einzelwertung das Feld an.

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Goldhoffnungen: Die deutschen Vielseitigkeitsreiter, mit Peter Thomsen, Hinrich Romeike, Frank Ostholt und Andreas Dibowski....Foto: dpa

RomMit einer Paradevorstellung hat die deutsche Vielseitigkeitsreiterin Bettina Hoy bei den Europameisterschaften in Italien die Führung übernommen. Auch die Mannschaft liegt nach dem Abschluss der Dressurprüfung in Pratoni del Vivaro knapp vor Titelverteidiger Großbritannien an der Spitze. In der Einzelwertung führt Hoy auf "Ringwood Cockatoo" das Feld der 64 Reiter aus 13 Nationen an. Ingrid Klimke mit "Abraxxas" rangiert mit 31,50 Punkten auf Platz vier. Frank Ostholt auf "Air Jordan" (33,10) ist Fünfter, Hinrich Romeike auf "Marius" (37,70) Achter.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bei einem Championat schon mal mit drei Reitern unter 40 Minuspunkten in die Geländeprüfung gehen konnten", sagte der sichtlich erfreute Bundestrainer Hans Melzer. Auch die Einzelreiterin Beeke Kaack auf "Sinjang" schlug sich gut bei ihrem ersten Championatsstart. Die Bundeswehr-Sportschülerin liegt mit 46,70 Punkten auf Rang 18.

Hoy seit sechs Jahren zum ersten Mal nicht im Team

Mit einem Ritt, der sich auch bei den Dressur-Spezialisten hätte sehen lassen können, ließ Hoy das gesamte Feld hinter sich. Vor allem mit Trablektionen konnte das Paar punkten. 27,1 Minuspunkte waren eine persönliche Bestleistung. Dabei hatte der Tag für den 16-jährigen Schimmel nicht gut begonnen. Beim Putzen hatte er sich ins Halfter gelegt und nach hinten überschlagen. "Gerade unter diesen Umständen bin ich froh, dass er so gut gegangen ist", sagte Hoy. Seit sechs Jahren gehört sie zum ersten Mal nicht zum Team. Für die Entscheidung von Bundestrainer Hans Melzer zeigte die 44-Jährige Verständnis. "Die Reiter, die jetzt im Team sind, haben es total verdient. Ich konnte ja aus verschiedenen Gründen nicht viele Prüfungen reiten. Aber das gibt mir auch eine angenehme Freiheit, denn im Team steht man immer unter Order."

Auch die vier Teamreiter lieferten die erwarteten sicheren Ritte ab, sodass sich die Deutschen (102,30 Punkte) für die 6020 Meter lange, sehr hügelige Geländestrecke am Samstag eine gute Ausgangsbasis geschaffen haben. Dicht auf den Fersen sind dem deutschen Team aber die favorisierten Briten (108,60), die ihren EM-Titel von 2005 verteidigen wollen. Angeführt wird die britische Equipe von der amtierende Welt- und Europameisterin Zara Phillips, die sich mit dem 14-jährigen Toytown nach einer sicheren Dressur vor dem Gelände auf Platz drei setzte (29,80 Punkte). Die Enkelin der englischen Königin hat in Italien nicht nur zwei EM-Titel im Visier, sondern auch die Grundqualifikation für die Olympischen Reitwettbewerbe 2008. (mit dpa)

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