Vielseitigkeitsreiten : Nicht extrem, aber tödlich

An diesem Wochenende hat das deutsche Vielseitigkeitsreiten die zweite tödlich verunglückte Reiterin innerhalb von sieben Tagen beklagen müssen. Benedikt Voigt will kein olympisches Military mehr sehen.

Benedikt Voigt

Was ist die gefährlichste Sportart der Welt? Die Formel 1 ist es jedenfalls nicht, dort hat die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen in den letzten Jahren glücklicherweise dazu geführt, dass seit 1994 kein Todesopfer mehr beklagt werden muss. Extremes Hochgebirgsklettern oder Fallschirmspringen dürften eher Kandidaten auf einen oberen Platz in dieser traurigen Wertung sein. Eine Sportart aber dürfte zu den gefährlichsten zählen, die nicht zu den Extremsportarten zählt und sogar im olympischen Programm beheimatet ist: das Vielseitigkeitsreiten.

An diesem Wochenende hat das deutsche Vielseitigkeitsreiten die zweite tödlich verunglückte Reiterin innerhalb von sieben Tagen beklagen müssen. Beide zogen sich, das haben die ersten Untersuchungen ergeben, Genickbrüche zu. Es sind weltweit in diesem Jahr bereits die Todesfälle sechs und sieben im Vielseitigkeitsreiten. Auch haben mindestens drei Pferde ihren Wettkampf nicht lebendig überstanden. Und das, obwohl seit den Olympischen Spielen 2000 die Strecken verkürzt und entschärft worden sind.

Nun sollte man zwar niemandem verbieten, sich auf ein Pferd zu setzen und im Gelände über Hindernisse zu springen. Aber man sollte schon überlegen, ob eine Sportart noch in das olympische Programm passt, die immer wieder eine Gefahr ist für das Leben von Mensch und Tier. Das Internationale Olympische Komitee sucht schon länger nach Streichkandidaten für das olympische Programm. Hier hätte sich einer gefunden.

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