Sport : Vier hinter Vonn

Klaus-Eckhard Jost

An diesem Wochenende wird die Uhr umgestellt, und auch im Sport beginnt eine neue, wenn auch alt bekannte Zeit: die Winterzeit. Heute starten in Sölden die alpinen Ski-Wettbewerbe mit dem Riesenslalom der Frauen. Große Favoritin ist wieder einmal Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin ist auf der Piste schwer schlagbar, so dass die Konkurrenz schon mal vor Neid fröstelt. Erst recht, nachdem Vonn angekündigt hat, auch bei den Männern mitfahren zu wollen. „Eigentlich hätte sie so etwas gar nicht nötig bei ihrer Dominanz“, sagt Maria Höfl-Riesch, ihre ärgste Rivalin. Kann es sein, dass die Konkurrenz es nötig hat, mal ohne Vonn zu fahren?

Eigentlich nicht. Denn hinter Vonn und ihren dauerhaften Herausforderinnen Höfl-Riesch und Tina Maze aus Slowenien formiert sich heimlich, still und weise ein charmantes Quartett, das die Dominanz beenden will und kann. Viktoria Rebensburg ist im Riesenslalom bereits das Maß der Dinge: 2010 wurde die 23-jährige Kreutherin Olympiasiegerin, in den beiden vergangenen Wintern gewann sie als Beste dieser Disziplin die kleine Kristallkugel. Anna Fenninger aus Österreich ist amtierende Kombinations-Weltmeisterin. Seit sie mit 17 Jahren als Europacupsiegerin in den Weltcup aufgestiegen ist, wird sie als kommende Gesamtsiegerin gehandelt. Auch die 21 Jahre alte Schweizerin Lara Gut ist mit zweimal WM-Silber bereits dekoriert. Vierte im Bunde ist Tina Weirather. Die Liechtensteinerin, Tochter von Olympiasiegerin Hanni Wenzel und Weltmeister Harti Weirather, wurde durch vier Kreuzbandrisse immer wieder in ihrer hoffnungsvollen Entwicklung gebremst.

Behutsam, aber stetig gehen die Vier hinter Vonn ihre Karriereplanung an. „Der Gesamt-Weltcup ist aktuell kein Thema, langfristig schon“, sagt Rebensburg stellvertretend. Es könnte sein, dass in diesem Winter etwas Neues seinen Anfang nimmt: die Zeit nach Lindsey Vonn.

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