Vier-Nationen-Turnier : Deutsche Handballer unterliegen Österreich

Eine durch viele Ausfälle geschwächte deutsche Mannschaft hat beim Vier-Länder-Turnier in Innsbruck gegen Österreich verloren. Bei einem Erfolg gegen Schweden am Samstag ist aber trotzdem noch der Turniersieg drin.

Behren
Der deutsche Frank von Behren kämpft mit Gegenspieler kämpft mit Patrick Fölser. -Foto: dpa

InnsbruckDie deutschen Handballer haben mit ihrem "Ersatzteam" einen Dämpfer hinnehmen müssen. Beim Vier-Länder-Turnier in Österreich unterlag die ohne zahlreiche Stars angetretene Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand gegen den zweitklassigen Gastgeber mit 30:32 (18:14), hat zum Abschluss am Samstag gegen das noch ungeschlagene Schweden (18 Uhr) aber noch die Chance auf den Turniersieg.

Vor 3000 Zuschauern zeigte die Mannschaft des Deutschen Handball-Bundes (DHB) zwei Gesichter und brach nach einer guten ersten Halbzeit und scheinbar sicherer Führung noch ein. Insgesamt war es im 23. Vergleich mit Österreich, das 2010 auch die nächste EM ausrichtet, erst die zweite Niederlage. Bester deutscher Werfer war der Lemgoer Florian Kehrmann mit sieben Toren.

Schonung für Hens

Nachdem Heiner Brand knapp fünf Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking ohnehin schon auf acht Weltmeister verzichten musste, hatte kurzfristig auch noch Torhüter Johannes Bitter seine Turnier-Teilnahme abgesagt. Der Hamburger und seine Frau Bernadette erwarten zum ersten Mal Nachwuchs. Sein Teamkollege Pascal Hens wurde geschont, Torsten Jansen, Markus Baur, Michael Kraus, Sebastian Preiß, Oleg Velyky, Stefan Schröder und Christian Zeitz stehen wegen Verletzungen nicht zur Verfügung.

So musste Brand erneut improvisieren. Dabei zeigte der 21 Jahre alte Balinger Martin Strobel auf der Mittelposition im ersten Durchgang erneut eine gute Leistung und führte klug Regie. 2006 hatte er die deutschen Junioren in Innsbruck zum EM-Titel geführt. Im Tor war Henning Fritz mit 12 Paraden erneut eine feste Größe, davor stand die deutsche Abwehr gegen harmlose Österreicher zunächst sicher.

Nach der Pause reißt der Faden

Nach dem Seitenwechsel riss bei den Deutschen jedoch der Faden, als Brand in der Mitte Timo Salzer für Strobel ins Spiel brachte und die deutschen Aktionen immer fahriger wurden. Auch auf Linksaußen war nun Uwe Gensheimer, in der ersten Hälfte mit fünf Treffern noch bester deutscher Werfer, nicht mehr im Spiel. Mit den Zuschauern in Rücken warfen sich die Gastgeber immer mehr ins Spiel, die junge DHB-Auswahl konnte schließlich nichts mehr entgegensetzen.

Der schwerste Prüfstein dürfte noch am Samstag auf die deutsche Mannschaft warten, zumal Rekord-Europameister Schweden noch eine Rechnung mit dem Brand-Team offen hat: Bei der EM zu Jahresbeginn in Norwegen schaffte die deutsche Mannschaft erst mit einem 31:29 im letzten Hauptrundenspiel den Einzug ins Halbfinale. "Wir wollen Revanche und sind heiß auf das Spiel", kündigte Schwedens Kapitän Kim Andersson vom THW Kiel an. (jvo/sid)

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