Sport : Vier Spiele bis zur Party

Im Pokal ist für Alba Berlin ein Titelgewinn am einfachsten

Benedikt Voigt

Berlin. Nur ein Basketballprofi von Alba Berlin erinnert sich gerne an den 10. Dezember 2000. Es war jener Tag, an dem DeJuan Collins eine Wette gegen seinen Manager gewann. Der Aufbauspieler, der damals noch beim SV Tübingen spielte, hatte getippt, dass der Zweitligist den Deutschen Meister Alba Berlin schlagen werde. Tübingen siegte 87:84. „Es gab eine große Party“, sagt Collins, „und der Manager musste alles zahlen.“

Es war auch das letzte Mal, dass Alba Berlin ein Pokalspiel verlor. Seitdem gewann der siebenmalige Deutsche Meister sowohl in der Saison 2001/2002 als auch 2002/2003 den Pokal. Das soll dem Team von Trainer Emir Mutapcic auch in dieser Saison gelingen. Die Berliner Spieler haben den Pokal lieb gewonnen. Es ist der Wettbewerb, in dem sie am einfachsten einen Titel gewinnen können. Weil Alba als Klub, der auch in einem internationalen Wettbewerb steht, erst in der zweiten Pokalhauptrunde einsteigt. Nach insgesamt vier Siegen darf bereits gefeiert werden. Alba nutzte zuletzt jeweils den Schwung aus dem Pokalsieg, um in den Play-offs zur Meisterschaft weiterzumarschieren. Diesmal aber ist bereits das heutige Achtelfinalspiel (19.30 Uhr) bei den Eisbären Bremerhaven eine schwierigere Aufgabe als in der letzten Saison. Damals hatten die Berliner ebenfalls im Achtelfinale in Bremerhaven 101:88 gewonnen. Doch jene Eisbären, die nicht Eishockey spielen, haben sich weiter verbessert.

„Bremerhaven ist ein sehr starker Gegner“, sagt Aufbauspieler Mithat Demirel. In der ersten Pokalrunde warf der Zweitligist den Erstligisten Artland Dragons mit 101:88 aus dem Wettbewerb. Die Bremerhavener haben sich weiter verstärkt. Inzwischen spielt der US-Amerikaner Eric Taylor im Aufbau, der lange Zeit für die Telekom Baskets Bonn auflief. Neben dem ehemaligen Alba-Spieler Ingo Freyer stehen drei starke litauische Spieler im Team der Bremerhavener. In Centerspieler Troy Ostler ergänzt auch noch ein eingebürgerter lettischer Nationalspieler das Team. „Den kenne ich bereits von der Europameisterschaft“, sagt Marko Pesic. In der Zweiten Liga dürfte das Team nicht viele ebenbürtige Konkurrenten haben, ein Grund mehr, warum man in Bremerhaven dem Pokalspiel gegen Alba Berlin eine große Bedeutung einräumt. Über 3000 Zuschauer werden in der Stadthalle erwartet. Ein starker Zweitligist, eine volle Halle – die Voraussetzungen sind ähnlich wie vor drei Jahren in Tübingen. „Ich hoffe nicht, dass das wieder passiert“, sagt Collins, „ich möchte nicht am anderen Ende der Siegesserie sein.“

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