Sport : Vier Spiele, kein Sieg

Die deutschen Teams haben beim Start der Europa League mehr Probleme als erwartet: Stuttgart, Leverkusen, Hannover und Mönchengladbach spielen nur unentschieden.

Twente Enschede – Hannover 2:2

Zwischen Hannover 96 und der Europa League hat sich in der vorigen Saison eine echte Liebesbeziehung entwickelt. An der Zuneigung von Seiten der Niedersachsen dürfte sich auch gestern nichts geändert haben. Bei Twente Enschede sah es lange nach einem ernüchternden Abend für 96 aus: 2:0 führten die Holländer, doch innerhalb von sechs Minuten glichen die Gäste aus. 2:2 (2:0) hieß es auch am Ende.

Anfangs wirkten die Hannoveraner in der Abwehr oft seltsam unorganisiert. Bereits in der siebten Minute brachte Willem Janssen Twente in Führung – und die Gäste aus Deutschland hatten Glück, dass sie zur Pause nicht bereits deutlich höher zurücklagen. Hannover hatte in der ersten Halbzeit nur eine halbwegs gefährliche Gelegenheit, durch einen Freistoß von Szabolcs Huszti, der jedoch genau in den Armen von Nikolai Michailow landete. Die Unzufriedenheit Slomkas mit seiner Mannschaft bekam Sergio Pinto schon nach einer guten halben Stunde zu spüren: Der Portugiese musste vom Feld, für ihn kam Adrian Nikci.

Die zweite Hälfte begannen die Gäste deutlich engagierter, doch ihr Eifer wurde schnell durchkreuzt. In der 54. Minute traf Nacer Chadli mit einem Freistoß zum 2:0. Jan Schlaudraff hatte den Ball unhaltbar für Ron-Robert Zieler abgefälscht. Das Spiel schien entschieden, nach dem Anschlusstreffer durch Artur Sobiech aber schöpften die Gäste neue Hoffnung. Nur sechs Minuten später lenkte Twentes Kapitän Peter Wisgerhof eine Hereingabe von Konstantin Rausch zum 2:2 ins eigene Tor. Dabei blieb es – auch weil Zieler in der Nachspielzeit noch zweimal glänzend gegen Luc Castaignos rettete. Tsp

Bayer Leverkusen – Metalist Charkiw 0:0

Viele Chancen, keine Tore: Bayer Leverkusen hat einen enttäuschenden Start in der Europa League hingelegt. Der Tabellenzwölfte der Bundesliga kam nicht über ein 0:0 gegen Metalist Charkiw hinaus. Vor 15 000 Zuschauern in der Bayarena präsentierten sich die Leverkusener spielerisch verbessert, aber ohne Durchschlagskraft. Die größten Chancen verpasste Karim Bellarabi, der in der 82. Minute gleich zweimal am ukrainischen Torhüter Oleksandr Gorjainow scheiterte. Im Nachsetzen traf der eingewechselte Andre Schürrle die Latte. „Vorne fehlte die Entschlossenheit“, bemängelte Bayers Sportdirektor Rudi Völler schon zur Pause.

Mit Tempo-Fußball und schnellem Flügelspiel wollte Bayer Leverkusen den zuletzt verspielten Kredit bei den Fans zurückzugewinnen. Gleich vier gute Chancen in den ersten acht Minuten durch Stefan Kießling, Hajime Hosogai und Renato Augusto waren Ausdruck der klaren Überlegenheit, doch der Anfangsschwung ebbte schon bald wieder ab. Die Gäste beschränkten sich zumeist auf die Abwehrarbeit und wurden vor der Pause durch Jonathan Cristaldo nur einmal gefährlich. Auch in der zweiten Hälfte wurde Charkiws Torhüter Gorjainow gleich wieder von den Bayer-Angreifern geprüft – jedoch bis zum Ende nicht bezwungen. dpa

Limassol – Borussia Mönchengladbach 0:0

Paulo Sergio führte ein beeindruckendes Schauspiel auf: Er entblößte seinen Oberkörper, zeigte immer auf seine Brust, wo der Abdruck des Balles noch zu sehen sein sollte. Schiedsrichter Gomes aus Portugal aber ließ sich nicht beirren. Er beließ es beim Elfmeter für Borussia Mönchengladbach. Zu Recht: Paulo Sergio hatte den Ball in der sechsten Minute der Nachspielzeit nicht gegen den Oberkörper bekommen, sondern mit dem Arm abgewehrt. Kurz vor Schluss bot sich den Gladbachern unverhofft doch noch die Gelegenheit, den Start in die Europa-League-Saison erfolgreich zu gestalten. Oscar Wendt lief an, trat den Ball mit Wucht – an die Unterkante der Latte. Es blieb beim für den Bundesligisten wenig befriedigenden 0:0 gegen AEL Limassol, den Meister Zyperns.

Mit Filip Daems besitzt die Borussia eigentlich einen sicheren Elfmeterschützen in ihren Reihen. Doch der Kapitän zählte zu den fünf Stammspielern, die von Trainer Lucien Favre geschont wurden. Trotzdem hatte seine Mannschaft gleich zu Beginn zwei gute Gelegenheiten zur Führung. Alexander Ring verzog nach nicht einmal 30 Sekunden, Mike Hanke traf in der fünften Minute den Pfosten. Insgesamt aber konnten die Gladbacher die Zyprioten zu selten unter Druck setzen, weil es ihrem Spiel an Genauigkeit fehlte. Und im Abschluss ließen die Gäste auch in der zweiten Halbzeit die letzte Entschlossenheit vermissen. Nicht nur bei Wendts Handelfmeter in der Nachspielzeit. Tsp

VfB Stuttgart – Steaua Bukarest 2:2

Der VfB Stuttgart sucht weiter vergebens nach der Leichtigkeit. Zum Start der Gruppenphase in der Europa League reichte es für die Schwaben gegen Steaua Bukarest vor 17 155 Zuschauern im eigenen Stadion nur zu einem 2:2 (1:1)-Unentschieden, obwohl sie insgesamt dreimal Pfosten und Latte trafen. „Wir hatte Chancen für drei Spiele“, sagte Innenverteidiger Georg Niedermeier, der den VfB mit seinem Tor fünf Minuten vor Schluss sogar vor einer Niederlage bewahrte. Die Stuttgarter blieben im fünften Pflichtspiel hintereinander sieglos.

Dabei hatte es für die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia richtig gut angefangen. Der in der Bundesliga gesperrte Vedad Ibisevic köpfte schon in der fünften Minute zum 1:0 für die Gastgeber ein. Die Führung währte allerdings nur eine Minute, dann glich Alexandru Chipciu vor 17 155 Zuschauern für die Rumänen aus. Die Defensive des VfB leistete sich nicht nur vor diesem Treffer haarsträubende Aussetzer. Vor allem Niedermeier und Maza produzierten Fehlpässe, die den Gegner zu schnellen Attacken förmlich einluden. Der Mexikaner war es auch, der mit einem Foul im Strafraum den Elfmeter verursachte, den Raul Rusescu zehn Minuten vor Schluss zum 2:1 für die Gäste verwertete. Niedermeier rettete dem VfB mit seinem Kopfballtor wenigstens noch einen Punkt. „Die Mannschaft hat Moral gezeigt“, sagte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic. „Das Glück wird auch wieder zurückkommen.“ dpa

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