Sport : Vier Teams, vier Favoriten

Die Hockey-Damen des BHC wollen den Heimvorteil nutzen

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Von Stefan Hermanns

Berlin. Statistik ist das Aufputschmittel der Verzagten. „Ich halt von Statistik nicht so viel“, sagt Friedel Stupp, der Trainer der Hockey-Damen vom Berliner HC. Dabei sieht die Statistik verlockend gut aus. Wann immer eine Meisterschaftsendrunde in Berlin ausgetragen wurde – egal, ob auf dem Feld oder in der Halle –, am Ende hieß der Sieger BHC. Der Verein hat trotzdem nicht darum gebettelt, die Veranstaltung organisieren zu dürfen; eigentlich ist er vom Deutschen Hockey-Bund (DHB) mehr oder weniger dazu gezwungen worden.

Gerade mal eine Woche blieb den Verantwortlichen für Planung und Umsetzung der Endrunde. Und doch sagt BHC-Geschäftsführer Stefan Zipter: „Wir sind ganz zuversichtlich, dass wir das in den Griff bekommen.“ Einen Ehrengastbereich wird es nicht geben, dafür eine Stehtribüne. Zipter erhofft sich dadurch „eine Atmosphäre, die sich doch ein bisschen von einem normalen Bundesliga- Spieltag unterscheidet“.

Immerhin sind Samstag und Sonntag viele von Deutschlands besten Hockeyspielerinnen auf der BHC-Anlage aktiv: Von den 20 Mitgliedern des vorläufigen DHB-Aufgebots für die Weltmeisterschaft in Australien spielen zwölf am Wochenende in Berlin. Das erste Halbfinale bestreitet der BHC am Samstag (14 Uhr) gegen Klipper Hamburg, ab 16.30 Uhr ermitteln Rot-Weiß Köln und der Club an der Alster den zweiten Teilnehmer für das Finale am Sonntag (14.30 Uhr). „Das ist das Beste, was auf deutscher Ebene im Hockey geboten werden kann“, sagt Zipter.

Friedel Stupp, der Trainer der Berlinerinnen, kann „nur warnen, die Länderspiele zu zählen und uns deshalb auf den Favoritenschild zu heben“. Die anderen Teams sind nicht wesentlich schlechter besetzt, im Gegenteil: „Ich sehe Rot-Weiß Köln sehr weit vorne“, sagt Stupp. Die Leistung, die seine Mannschaft im Viertelfinale gegen Raffelberg geboten hat, „reicht sicher nicht aus, um Deutscher Meister zu werden“.

Aber Stupp erwartet am Samstag eine andere Einstellung: „Ich denke, dass die Konzentration eine höhere ist.“ Vor eigenem Publikum Deutscher Meister zu werden ist schließlich zusätzliche Motivation. „Der Druck in der Mannschaft ist schon groß“, sagt er. Vor allem bei den 17-, 18-, 19-Jährigen. „Da ist diese Aufgeregtheit noch da“, sagt Stupp. Auf ihn wird da noch einiges zukommen: „Es werden wohl noch reichlich Gespräche stattfinden. Zur Beruhigung.“

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