Sport : Vier Tore gegen Leidborg

2:4 bei den Eisbären – Hannovers Coach vor Rauswurf

Claus Vetter

Berlin – Gunnar Leidborg machte gestern Abend keinen glücklichen Eindruck. Mit bleichem Gesicht und versteinerter Miene verfolgte der Trainer der Hannover Scorpions im Sportforum das Spiel seiner Mannschaft bei den Eisbären. Der Schwede hatte anscheinend schon innerlich Abschied von seinem Arbeitsplatz genommen. Denn den wird Leidborg nun wohl verlieren. Dazu war die Ansage von Hannovers Klubchef Günter Papenburg zu eindeutig. „Noch eine Niederlage, und der Trainer kann gehen“, soll der vor dem Spiel gesagt haben. Und eine Niederlage gab es gestern für die Scorpions – bereits die 15. im 20. Spiel in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Der Gegner konnte sich gestern dagegen über eine weit erfreulichere Serie als die Scorpions freuen: Der 4:2 (1:0, 2:0, 1:1)-Erfolg der Eisbären vor 4400 Zuschauern war bereits der fünfte Sieg in Folge für die Berliner.

Und der ging auch völlig in Ordnung, auch wenn sich die Berliner gegen Hannover nicht übermäßig anstrengen mussten. Denn die Scorpions, die angesichts ihrer personellen Besetzung eigentlich als ein Kandidat für die Playoffs in die Saison gegangen waren, wirkten unglaublich lethargisch und nicht wie ein Team, das für den Arbeitsplatz seines Trainers kämpft. Sie spielten zwar mitunter mit, scheiterten dann aber zuverlässig vor dem Tor von Oliver Jonas – wie etwa Len Soccio, der im ersten Drittel den Puck gegen den Außenpfosten knallte, obwohl Berlins Torwart in diesem Moment nicht einmal in seinem Tor stand.

Auch die Eisbären hatten es gestern zunächst nicht so mit dem Zielen. So kam es, dass die Führung durch Steve Walker im ersten Drittel bis zum Ende des Mittelabschnitts Bestand hatte. Erst dann wurde es munterer vor dem Tor von Hannovers Keeper Ilpo Kauhanen: Micki Dupont und Sven Felski trafen noch im zweiten Drittel für die Berliner, bevor Hannover dann im letzten Abschnitt recht unerwartet durch Robert Hock zum Anschlusstreffer kam.

Derrick Walser stellte mit seinem Tor zum 4:1 nach 45 Minuten dann den alten Abstand wieder her – und schoss damit wohl Gunnar Leidborg aus seinem Job. Daran konnte auch das zweite Tor der Scorpions durch Dan Lambert kurz vor Schluss wenig ändern. Das wusste wohl auch der Hannoveraner Trainer. Er redete im letzten Drittel schon kaum noch mit seinen Spielern, das übernahm im Wesentlichen Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben