Sport : Vier Wochen Pause

Christian Hönicke

Fast vier Wochen sind inzwischen vergangen. Damals war der Nigerianer Adebowale Ogungbure in einem Oberliga-Spiel rassistisch beleidigt und attackiert worden. Die Bilder waren bundesweit zu sehen und haben den Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) dadurch unter Druck gesetzt. „Wir müssen hart durchgreifen“, sagt Hans-Georg Moldenhauer, der Präsident des NOFV, seither in jedem zweiten Satz.

In der Tat: Die abgeschossenen Leuchtraketen im selben Spiel sind längst erfasst, verhandelt und sanktioniert worden. Um die restlichen Vorgänge aufzuklären, hat der Verband noch nicht einmal ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet. Man behalte sich vor, dies eventuell nach den polizeilichen Ermittlungen zu tun, heißt es jetzt. Der NOFV will in dieser heiklen Frage wohl keinen Fehler machen. Und hat es doch schon getan: Innerhalb des Verbands mag das Abwarten als richtig erachtet werden, die Außenwirkung ist fatal. Fast vier Wochen sind vergangen, und passiert ist nichts.

Man muss dem NOFV nichts unterstellen: Ein solch komplexer und differenzierter Vorgang wie die Ausfälle gegen Ogungbure überfordert die Verantwortlichen vermutlich. Niemand erwartet von einem Regional-Fußballverband die Klärung der Rassismus-Problematik in Ostdeutschland. Dass der NOFV selbst die Initiative ergreift, dass er sich fragt, was auf seinen Plätzen eigentlich alles passiert und im Rahmen seiner Möglichkeiten gegen unerwünschte Entwicklungen vorgeht – das darf man aber schon verlangen.

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