Sport : Viermal Bestzeit

Lange/Kuske holen den WM-Titel im Zweierbob

Altenberg - Er war der große Favorit – und seiner Rolle ist André Lange mit vier blitzsauberen Fahrten auch gerecht geworden. Auf seiner Lieblingsbahn in Altenberg gewann der Oberhofer bereits den dritten Weltmeisterschafts-Titel im Zweierbob. Mit Start- und Laufbestzeiten in allen vier Durchgängen ließ der 34 Jahre alte Doppel-Olympiasieger mit Anschieber Kevin Kuske den Rivalen nicht den Hauch einer Chance. In 3:40,58 Minuten hatte er unglaubliche 1,06 Sekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten WM-Debütanten Thomas Florschütz aus Riesa. Matthias Höpfner aus Oberbärenburg fiel im letzten Lauf noch hinter den Russen Alexander Subkow auf Rang vier zurück.

„Es ist nicht leicht, wenn man so einen Vorsprung hat, konzentriert zu bleiben. Gerade auf dieser Bahn ist dies gefährlich. Doch wir wollten den letzten Lauf noch einmal genießen“, sagte Lange und ergänzte: „Wir sind überglücklich, immerhin wurden wir beim Weltcup in der Vorwoche noch von der Konkurrenz als Neunter verprügelt. Daher wussten wir auch nicht, wo wir stehen und haben schon im ersten Lauf die Flucht nach vorne angetreten.“ Bremser Kuske sprach dagegen von einem „Sicherheitsstart“.

Sein deutscher Teamkollege Florschütz war nach viel Pech in dieser Saison überglücklich: „Unglaublich, ich habe fast die komplette Weltelite bezwungen und meinen Traum von einer Medaille erfüllt. Dafür haben wir unheimlich hart gearbeitet und uns auch nach Rückschlägen immer wieder aufgerappelt.“ Von der Weltspitze fehlte in Altenberg der Zweier-Spezialist Pierre Lueders aus Kanada, der bereits bei den Weltcups in Winterberg und vor der WM in Altenberg nicht am Start war. Als Grund werden Streitigkeiten mit dem kanadischen Verband wegen der personellen Besetzung seines Schlittens vermutet.

Da Höpfner („Die Saison endet wie sie begann: mit einer Enttäuschung. Am Ende lag es am schwachen Start“) den dritten Platz um acht Hundertstel noch verschenkte, verpassten die deutschen Piloten den ersten Dreifach-Erfolg in der WM-Geschichte seit 1930 in Caux Montreux. Mit seinem insgesamt siebten WM- Titel zieht Lange (4 Silber/2 Bronze) nun in der ewigen Bestenliste der WM-Piloten an seinem einstigen Dauerrivalen Christoph Langen (7/4/1) vorbei und könnte mit dem Sieg im Viererbob am kommenden Wochenende nun auch auf Wolfgang Hoppe (8/4/7) aufschließen. Fast unerreichbar in Führung liegt der 2003 gestorbene Italiener Eugenio Monti, der von 1956 bis 1968 elf Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen eingefahren hatte.

Bereits vor der WM hatte Langen seinen einstigen Dauerkontrahenten Lange in höchsten Tönen gelobt: „André ist ein Siegfahrer, der genau weiß, worauf es ankommt.“ Die größte Gefahr komme aus dem deutschen Lager von Thomas Florschütz und Matthias Höpfner sowie dem Russen Subkow. „Mehr Piloten können die anspruchsvolle Bahn kaum sauber ohne Fehler herunter fahren“, hatte Langen gesagt. Mit dieser Einschätzung lag der Olympiasieger von 2002 letzlich genau richtig. dpa

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