Sport : Viermal falsch ist einmal richtig

Stefan Hermanns

über eine glückliche Entscheidung von Schiedsrichter Meyer Um es einmal polemisch zu sagen: Der DFB-Pokal 2004/05 hat genau den Abschluss gefunden, den er verdient hat. Am Anfang war Hoyzer. Am Ende Florian Meyer. Zwei Schiedsrichter haben entscheidend mitgeschrieben an der Geschichte des Wettbewerbs, jeder auf seine Art: Der eine, Robert Hoyzer, hat mit krimineller Energie das Erstrundenspiel Paderborn gegen den HSV manipuliert. Der andere, Meyer, hat durch menschliches Versagen erheblichen Einfluss auf den Verlauf des Finales genommen. Vermutlich hat es nie zuvor in einem derart wichtigen Spiel eine solche Häufung an entscheidenden Fehlern gegeben. Viermal lag Meyer falsch, und es ist – vor allem angesichts der diffizilen Gesamtkonstellation – eine unverschämt glückliche Fügung, dass der Wettbewerb mit den Bayern doch noch den richtigen Sieger gefunden hat. „Es wäre Wahnsinn gewesen, wenn Schalke das Spiel gewonnen hätte“, sagte Bayerns Manager Uli Hoeneß.

Dass Meyer vor dem 2:1 die Abseitsstellung von Hasan Salihamidzic übersehen hatte, war eine der glücklichsten Fehlentscheidungen in der Geschichte des deutschen Fußballs. Dreimal waren die Bayern zuvor benachteiligt worden, und man muss sich die pflichtgemäße Erregung der Schalker ins tausendfach gesteigerte vorstellen, wenn die Bayern verloren hätten. Konzessionsentscheidungen werden solche ausgleichende Ungerechtigkeiten oft genannt, was impliziert, dass der Schiedsrichter bewusst falsch entschieden hat. In der Tat war Meyer zur Pause von Hoeneß darauf hingewiesen worden, dass er dreimal daneben gelegen hatte. Dass er im Zweifel nicht ein viertes Mal gegen Bayern entscheiden würde, ist unter dieser Voraussetzung nur allzu menschlich.

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