• Vierschanzen-Tournee: Loitzl springt zum Sieg in Garmisch, Schmitt am Podium vorbei

Vierschanzen-Tournee : Loitzl springt zum Sieg in Garmisch, Schmitt am Podium vorbei

Martin Schmitt liegt nach dem ersten Durchgang im Neujahrsspringen von Garmisch-Partenkirchen aussichtsreich im Rennen. Am Ende landet der deutsche Hoffnungsträger noch nicht mal auf dem Podest. Der Sieger kommt aus Österreich.

Lars Reinefeld[dpa]
Martin Schmitt
Martin Schmitt fliegt am Podium vorbei. -dpa

Garmisch-Partenkirchen Den Podestplatz dicht vor Augen hat Martin Schmitt Nerven gezeigt und beim ersten Weltcupsieg des Österreichers Wolfgang Loitzl einen Paukenschlag zum Jahreswechsel verpasst. Wie schon zum Auftakt konnte Schmitt beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen seine gute Ausgangsposition nicht nutzen und fiel im Finale vom dritten auf den achten Rang zurück. "Ich bin natürlich enttäuscht und ein bisschen traurig. Der zweite Sprung hatte nicht mehr die Qualität des ersten. Ich habe angegriffen und es ist nicht aufgegangen", bekannte Schmitt.

Loitzl ist "überglücklich"

Loitzl setzte sich am Donnerstag vor 26.000 Zuschauern mit Sprüngen von 134,5 und 136,5 Metern knapp vor Simon Ammann durch und löste den Schweizer, der auf 140 und 134,5 Meter kam, an der Spitze der Tournee-Gesamtwertung ab. Der Vorsprung des Österreichers ist mit mit 0,5 Zählern allerdings hauchdünn. "Das ist wie Ostern und Weihnachten auf einen Tag. Ich bin überglücklich. Es ist ein Traum. Jetzt glaube ich daran, dass ich die Tournee gewinnen kann", jubelte Loitzl.

Vom Winde verweht wurden die Hoffnungen der anderen deutschen Springer. Michael Uhrmann (Rastbüchl) kam auf Rang 14, Stephan Hocke (Schmiedefeld) wurde 20. und Michael Neumayer (Berchtesgaden) büßte als 24. viel Boden ein. "Für sie war bei den Bedingungen nicht viel mehr drin. Martin hat einen kleinen Fehler gemacht, der hat ihn fünf Meter gekostet. Ich bin aber nicht unzufrieden wie vielleicht andere", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Auch DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller wollte kein Trübsal blasen. "Nach dem ersten Durchgang hatte man vielleicht mehr erhofft, aber wir müssen bescheiden bleiben", sagte Pfüller und fügte hinzu: "Der Trainer wird die Jungs wieder aufrichten, dann geht es weiter."

Jubel nach Schmitts erstem Sprung

Mit 135 Metern im ersten Versuch hatte Schmitt im weiten Rund für Jubel und Hoffnung gesorgt. "Ich habe innerlich gelächelt, als ich auf dem Balken saß. Man spürt die Unterstützung der Fans, das gibt ein gutes Gefühl", beschrieb der Routinier seine Emotionen. Wie an der Schnur gezogen flog Schmitt ins Tal und setzte eine saubere Telemark-Landung. "Der Sprung war schon sehr gut, der ist mir richtig gelungen. Es war kein Fehler drin, daher bin ich sehr zufrieden", kommentierte Schmitt seine Leistung. Doch im Finale vergab der 30-Jährige mit 124 Metern seine gute Ausgangsposition und stellte danach enttäuscht fest: "Die Bedingungen waren nicht einfach, da musste man hundertprozentig sauber springen. Das ist mir leider nicht gelungen. Ich hatte zu wenig Ski- Anstellwinkel, bin mit dem Körper nach vorne gefallen. Ich hatte es mir eigentlich zugetraut."

In der Gesamtwertung liegt der viermalige Weltmeister mit 519,0 Punkten auf dem sechsten Rang. Trost erhielt der deutsche Vorzeigespringer von Uhrmann, der mit 126,5 und 121,5 Metern nicht wie erhofft in die Top Ten kam. "Wir warten alle darauf, dass Martin auf das Podest springt. Irgendwann wird es soweit sein", sagte der Bayer. Mit seiner eigenen Leistung war er nicht ganz zufrieden. "Im ersten Versuch war ich sehr aggressiv und habe viel riskiert. Aber ich konnte nach dem Absprung nicht so gut Druck entwickeln. Optimal war der Sprung sicher nicht. Der zweite war ganz okay, da bin ich am Tisch viel besser weggekommen", bilanzierte Uhrmann.

Völlig frustriert verließ Michael Neumayer nach dem Finale wortlos die Anlage. Mit seinem Final-Sprung von 116,5 Metern fiel der Vorjahres-Dritte weit zurück. Schon im ersten Durchgang hatte er mit 127 Metern einige Punkte liegen gelassen und danach eingeräumt: "Ich hätte mir mehr zugetraut und wäre gern ein paar Meter weiter gesprungen." Für eine positive Überraschung sorgte Junioren-Weltmeister Andreas Wank, der sich mit 118 Metern im K.o.-Duell gegen Adam Malysz aus Polen durchsetzte. "Dass es für mich reicht, hätte ich nicht erwartet, auch wenn er nicht in Top-Form ist. Mein Sprung war nicht so gut, daher bin ich überrascht", sagte der Oberhofer. 121 Meter im Finale brachten den 29. Platz und zwei Weltcup-Punkte.

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