Vierschanzentournee : Jacobsen gewinnt in Innsbruck

Anders Jacobsen hat das dritte Springen der Vierschanzentournee gewonnen und die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Michael Uhrmann landete auf Platz zehn.

Innsbruck - Als Anders Jacobsen am Bergisel an die Spitze der Tournee-Gesamtwertung flog, hatten die deutschen Bruchpiloten ihre Ski schon lange abgeschnallt. Beim Sieg des Norwegers, der nun als Favorit in das Herzschlag-Finale der Vierschanzentournee geht, spielten die DSV-Springer in der Windlotterie von Innsbruck nur Nebenrollen. Rang 10 für Qualifikationssieger Michael Uhrmann und Platz 17 für Martin Schmitt bedeuteten einen Rückfall ins Mittelmaß. "Es wäre mehr drin gewesen. Wir schaffen es noch nicht, die Leistungen im Wettkampf rüberzubringen. Aber die guten Sprünge werden mehr", sagte Bundestrainer Peter Rohwein.

Jacobsen setzte sich vor 21.000 Fans mit Sprüngen von 129 und 128,5 Metern vor dem Österreicher Thomas Morgenstern (128,5+129,5) und dem Schweizer Simon Ammann (125,5+132) durch. Im Gesamtklassement liegt der norwegische Shootingstar, der bis zum Sommer noch als Klempner gearbeitet hat, mit 672,8 Punkten vor dem Finnen Arttu Lappi (662,1) sowie dem Schweizer Duo Ammann und Andreas Küttel (beide 656,4). "Für mich war das ein perfekter Tag, einfach fantastisch", jubelte Jacobsen.

Uhrmann erlebte dagegen einen Tag nach seinem Sieg in der Qualifikation einen herben Rückschlag. Im ersten Durchgang erwischte er wie Österreichs Wunderkind Gregor Schlierenzauer, der in der Gesamtwertung vom ersten auf den siebten Platz zurück fiel, schlechte Bedingungen. "Er hatte keine Chance, aber der Sprung war auch nicht gut", stellte Rohwein nach 115,5 Metern fest. "Ich habe immer einen Rausrutscher, der nicht funktioniert. Das ist schade", räumte Uhrmann selbstkritisch ein.

Uhrmann in den Top Ten der Gesamtwertung

Mit 126 Metern im Finale sprang der 28-Jährige immerhin noch auf den 10. Platz vor und behauptete sich auch in der Gesamtwertung als Neunter (603,9) in den Top Ten. "Im zweiten Durchgang habe ich gezeigt, was möglich ist. Man kann sagen, dass ich erst Pech und dann Glück hatte. Ich schaue trotzdem zuversichtlich nach vorne, denn ich hatte endlich mal wieder einen Sprung, über den ich jubeln konnte. Daran halte ich mich fest", sagte der Bayer, der anschließend zu einem kurzen Heimat-Urlaub nach Breitenbach aufbrach.

Bei Schmitt lief es genau umgekehrt. 121 Metern ließ er im Finale magere 113,5 Meter folgen. In der Probe hatte der Schwarzwälder noch mit 127 Metern geglänzt. "Ich weiß nicht, was falsch gelaufen ist. Ich habe meine Anfahrtposition nicht gefunden und konnte nicht das umsetzen, was ich in Garmisch-Partenkirchen gezeigt habe", sagte Schmitt. "Bei ihm hat der letzte Tick gefehlt. Er hat eine große Chance verspielt", kritisierte TV-Experte Dieter Thoma.

Die anderen deutschen Springer hatten mit dem Ausgang des durch wechselnde Windbedingungen beeinträchtigten Wettbewerbs erst recht nichts zu tun. Der Oberhofer Jörg Ritzerfeld landete abgeschlagen auf Rang 26. Youngster Felix Schoft verpasste bei seiner Weltcup-Premiere den Einzug in das Finale der besten 30. Der 16 Jahre alte Schüler aus Partenkirchen belegte mit einem Sprung auf 113,5 Meter den 36. Platz. "Es war großartig, hier dabei gewesen zu sein. Der Sprung hätte besser sein können, vielleicht war ich zu aufgeregt", sagte Schoft. Für die erneut enttäuschenden Maximilian Mechler (Isny) und Christian Ulmer (Wiesensteig) blieben nur die Plätze 49 bzw. 50. (Von Eric Dobias und Susan Dobias, dpa)

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