Viertelfinale der Fußball-EM : Deshalb gewinnt Deutschland ... ähm ... Italien

Die Hymne, die Isländer, der Schnurrbart-Quotient, aber Mutti fehlt: Alles hat mit allem zu tun. Deswegen haben wir jeweils zehn Gründe für Deutschlands und Italiens Sieg gefunden.

Stephan Reich, Lennard Kröger-Petersen
Haarige Angelegenheit. Es gibt gute und weniger gute Gründe für Italiens beziehungsweise Deutschlands
Haarige Angelegenheit. Es gibt gute und weniger gute Gründe für Italiens beziehungsweise DeutschlandsFoto: dpa

Deutschland gewinnt, weil:

1. Die Mannschaften

Die deutsche Mannschaft hat bei dieser EM auf nahezu jeder Position Weltklasse zu bieten. Und Italien? Pirlo liegt im Liegestuhl auf der Terrasse seines Weinguts und Balotelli hat sich für eine Karriere als ewiges Kind entschieden. Bleiben Spieler wie Giaccherini, Eder oder Zaza, der gerade von Wolfsburg umworben wird. Und das ist ja nie ein gutes Zeichen.

2. Die Trainer
Ein Kratzer hier, ein Schnüffler dort: Jogi Löw mag seine Eigenarten haben, aber er ist ein herausragender Trainer. Und integer. Anders als sein Gegenüber wurde Löw noch nie mit Spielmanipulationen in Verbindung gebracht. Diese konnten Antonio Conte zwar nie nachgewiesen werden, aber hey: das wird doch im Rahmen dieser Polemik niemanden stören.

3. Die Spitznamen
Man kann über das PR-Gedöns hinter „Die Mannschaft“ spotten, aber der Spitzname selber passt. Kernig, entschlossen, kantig - mit diesen Tugenden holt man den Titel. „Squadra Azzurra“ hingegen klingt schon wie ein unnötiger Schnörkel, wenn ein Pass besser gewesen wäre.

4. Das Gesetz der 11FREUNDE-Serie
Seit 11FREUNDE-täglich zu den Turnieren im Tagesspiegel erscheint – seit 2006 nämlich – sind die Deutschen immer mindestens bis ins Halbfinale gekommen. Kann das Zufall sein? Natürlich nicht. Wir warten übrigens immer noch auf unsere Siegprämie für die WM 2014.

5. Die Statistik bei Turnieren
Verdammt, wo ist der Blindtext, wenn man ihn mal braucht…

6. Die Hymne
„Italia, Italia“: Auch wenn unser Italienisch gerade so für den Anfang reicht, aber wie einfallslos ist das denn? Dann doch lieber die Deutsche Hymne, die zwar den ein oder anderen Fallstrick für Delmenhorster Popsängerinnen birgt, immerhin aber auf Deutsch gesungen wird. Ha!

7. Der Schiedsrichter
Viktor Kassai heißt der Mann, der das Spiel pfeifen wird und von „T-online.de“ direkt mal als "Pech-Schiedsrichter" verunglimpft wurde. Kassai pfiff nämlich die 0:1-Halbfinal-Niederlage der Deutschen gegen Spanien bei der WM 2010, in der vergangenen Saison zudem zwei Champions-League-Niederlagen des VfL Wolfsburg, die aber natürlich niemand gesehen hat. Und trotzdem: Der „Pech-Schiedsrichter“ hat einiges gutzumachen.

8. Die Kohle
Geld regiert die Welt, das ist gerade im Fußball unumstößliche Gewissheit. Und weil Geld eben auch Tore schießt, genügt ein Blick auf die Marktwerte der Spieler. Der deutsche Kader ist 580 Millionen Euro wert, die Italiener kaum erwähnenswerte 263 Millionen Euro. Der teuerste Spieler der Italiener ist Leonardo Bonucci mit einem Marktwert von lediglich 30 Millionen Euro, wofür man nicht mal einen halben Thomas Müller bekäme. Läppisch.

9. Mögliche Sperren

Gleich elf Italienern droht bei einer weiteren Gelben Karte eine Sperre im Halbfinale. Welches sie ja sowieso nicht erreichen, deswegen ja dieser Text, aber davon wissen die Italiener natürlich noch nichts. Und da liegt der Vorteil: Denn der ein oder andere Italiener wird die drohende Sperre im Hinterkopf haben und zögerlicher zu Werke gehen. Wohingegen sich die fünf Deutschen Spieler, denen eine Sperre droht, im Halbfinale gegen Island in Ruhe auf der Tribüne fürs Finale schonen können.

10. Die Isländer
Minderbegabte Fußballer von einer geheimnisvollen Insel, eigentümliche Fans mit drolligen Namen und einer eigenartigen Sprache: Schade, dass die Engländer nicht mehr dabei sind. Umso mehr freuen wir uns über die Isländer, auf die wir im Halbfinale unbedingt treffen wollen. Nicht nur, weil wir eine quasi makellose Bilanz haben, sondern auch, weil bei einem unerwarteten Ergebnis zwar das Aus stehen könnte, immerhin aber Rudi Völler Anlass zu einer neuen Weißbier-Rede hätte. Und das ist doch auch was.

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