• Vierter Wettkampftag: Was in der Nacht geschah: China hat alles, Amerika hat Phelps, Deutschland hat Hoffnung

Vierter Wettkampftag : Was in der Nacht geschah: China hat alles, Amerika hat Phelps, Deutschland hat Hoffnung

Jeden Morgen um acht an dieser Stelle: Zusammenfassung und Ausblick zum Tag. Heute mit Michael Phelps und anderen Rekorden im Schwimmen, deutschen Fechtern und Gold-Hoffnungen im Military.

Juliane Schäuble
Peking 2008 - Schwimmen
Nummer eins, was sonst? Michael Phelps kennt das schon.Foto: dpa

So einfach ist das also. Man tritt an und gewinnt - und das noch in Weltrekordzeit. Doch die Faszination um den US-Star Michael Phelps ist ungebrochen - obwohl er auch am vierten Wettkampftag einfach nur macht, was eh jeder von ihm erwartet. Das 200-Meter-Freistil-Rennen ist er in der Nacht zu Dienstag fast eine Sekunde schneller geschwommen als bei seinem letzten Weltrekord auf dieser Distanz im Jahr 2004. Damit sind nun insgesamt bereits zehn Schwimm-Weltbestzeiten gefallen, drei davon durch den US-Schwimmer. Die "New York Times" kommentiert trocken: "Drei hat er. Fünf stehen noch aus." Acht Goldmedaillen bei einem einzelnen Olympiaauftritt - das gab es noch nie. Den fünften Platz in der "ewigen Bestenliste" der erfolgreichsten Teilnehmer an Sommerspielen hat Phelps schon mal erreicht.

"Es kann sei, dass Sie so etwas nur einmal im Jahrhundert erleben", sagte Phelps' Landmann Aaron Peirsol, der ebenfalls einen Weltrekord im 100 Meter Rücken aufstellte - und nach 2004 erneut auf dieser Strecke gewann. Die Amerikaner sind im Phelps-Fieber, bei der "Washington Post" klingt das so: "Bei diesen Olympischen Spielen hat China alles. Amerika hat Michael Phelps. So weit sieht es nach einem fairen Wettkampf aus." Aber die "New York Times" spielt immerhin den Punkt an, der alle interessiert: Kann so etwas wirklich mit rechten Dingen zugehen? Es gebe nie eine absolute Gewissheit, dass bei solchen Zeiten nicht auch leistungssteigernde Mittel im Spiel sind. "Ein Dopingtest ist keine Garantie dafür, dass keine verbotenen Substanzen verwendet wurden. " So oder so: Die Gold- und Rekordjagd von Phelps wird weitergehen, wir berichten.

Aus deutscher Sicht ist die Bilanz immer noch eher durchwachsen. Bemerkenswert ist vor allem die Leistung von Paul Biedermann, der im Pool im Phelps mit neuem deutschen Rekord immerhin noch einen fünften Platz herausholte. Die deutschen Turner verpassten im Team-Wettbewerb am Morgen nur ganz knapp eine Bronzemedaille, nachdem Fabian Hambüchen am Reck gepatzt hatte.

Das Fürchten gelernt hat dagegen Nicolas Limbach. "Ich bin die Nummer eins, ich muss niemand fürchten", hatte er vor dem Säbel-Wettbewerb noch getönt. Nun hat der Weltranglisten-Erste aus Dormagen leider den EInzug ins Viertelfinale verpasst. Das Favoritensterben im Herrensäbel geht weiter.

Aber es gibt Hoffnung: Die Vielseitigkeitsreiter haben am Dienstag beste Chancen, die erste Goldmedaille für Deutschland zu gewinnen. Nach zwei Wettbewerben liegen die fünf Reiter in Führung. Die Entscheidung fällt nun im dritten und letzten Teil des Wettbewerbs - im Springreiten, ab 13.15 Uhr.

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