Sport : Vision für einen Illusionisten

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Schade eigentlich, dass es vorbei ist mit Felix Magath und der Betriebssportgemeinschaft Volkswagen. In die Bundesliga wird Deutschlands lustigster Fußballtrainer so schnell nicht zurückkehren. Die eine Hälfte der Klubs hat er schon durch, die andere verfügt nicht über genug Geld für seine personellen Vorstellungen, und RotBrause Leipzig dürfte erst im nächsten Jahrtausend satisfaktionsfähig sein, wenn überhaupt.

Also muss es etwas anderes sein. Irgendwas ohne Fußball. Für neue Tatort-Kommissare sind die Zeiten so gut wie nie, die CSU sucht dringend einen Sprecher und beim Berliner Flughafen soll demnächst auch ein Job frei werden.

Wäre jedenfalls schade, wenn Felix Magath sich vom Arbeitsmarkt verabschiedet und irgendwo in der Karibik seine Abfindung verjubelt (erst mal die von Schalke 04, die aus Wolfsburg ist im übernächsten Leben dran). Denn dass der Mann seine Qualitäten hat, ist ja unbestritten. Wer sonst schafft es, den Boss von Europas führendem Automobilkonzern eineinhalb Jahre lang wie einen Tanzbären am Nasenring durch die Manege zu ziehen? Wer sonst kann in Zeiten der Euro-Krise Mannschaftsbusladungen voller hoch bezahlter Fußballprofis hin und her und her und hin transferieren, ohne dass der Finanzier Einspruch erhebt? Wer sonst hat das Leistungsprinzip im Kapitalismus zuletzt derart eindrucksvoll außer Kraft gesetzt?

Felix Magath mag ein schlechter Trainer-Manager sein, aber er ist ein begnadeter Illusionist. Einer, der den Briten den Euro aufschwatzt und aus Til Schweiger einen Schauspieler macht. Oder beim DFB Lothar Matthäus als Nachfolger von Joachim Löw durchsetzt. Das wäre doch ein schönes Comeback in der Sparte Fußball.

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