Sport : Völler muss improvisieren

Vor dem Testspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Israel am Mittwoch in Kaiserslautern haben einige Nationalspieler Bedenken bei DFB-Teamchef Rudi Völler angemeldet. Der Dortmunder Jörg Heinrich sagte wegen muskulärer Probleme bereits ab. Die Leverkusener Michael Ballack (Oberschenkelprobleme) und Oliver Neuville (Fußverletzung) reisten zwar ebenso wie der Berliner Marko Rehmer (Muskelverhärtung in der Wade) am Sonntag zum Trainingsquartier nach Homburg. Alle drei beurteilten aber ihre Einsatzchancen skeptisch. Zudem fehlen die Langzeitverletzten Sebastian Deisler und Alexander Zickler sowie die Rekonvaleszenten Oliver Bierhoff und Christian Ziege.

Völler kündigte allerdings an, dass er nur ernsthafte Ausfallgründe akzeptieren wird. "Wir werden mit der bestmöglichen Mannschaft antreten. Es darf nicht passieren, dass das Gefühl entsteht, dass sich jemand schont", verkündete Völler mit dem Hinweis auf das nach eigener Aussage "ominöse Länderspiel gegen die Schweiz", als die DFB-Auswahl vor knapp zwei Jahren an gleicher Stätte beim 1:1 ein jämmerliches Bild abgab.

Schon allein aus Gründen der Wiedergutmachung ist für Völler deshalb die deutsche Heimpremiere gegen eine israelische Nationalmannschaft mehr als eine lästige Pflichtübung. "Ich glaube, die Spieler haben begriffen, dass es keine Test-Länderspiele mehr gibt. Wenn man den Adler auf der Brust trägt, geht es immer um was", sagte Völler.

Sollten allerdings Ballack, Rehmer und Neuville ausfallen, muss improvisiert werden, denn alle drei zählen zur ersten Wahl. Gleiches gilt für Torwart Oliver Kahn, die Abwehrspieler Jens Nowotny und Christian Wörns, Carsten Ramelow im Mittelfeld sowie Mehmet Scholl im Angriff. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen in der Bundesliga drängen sich auch der Leverkusener Bernd Schneider sowie der wieder erstarkte Schalker Jörg Böhme auf den Flügeln auf. Im Angriff will Völler Miroslav Klose vor heimischem Publikum präsentieren.

Derweil hob der israelische Botschafter Simon Stein die Bedeutung des Spiels hervor. "Es ist sehr wichtig, dass es solche Begegnungen gibt. Manchmal sind sie noch viel wichtiger als politische und wirtschaftliche Kontakte", sagte Stein. Aus israelischer Sicht sei das Spiel, das wegen der Unruhen in Nahost von Tel Aviv nach Kaiserslautern verlegt wurde, zudem eine willkommene Gelegenheit, "das verzerrte und nur auf die Politik beschränkte Bild" des Landes in Deutschland zu erweitern.

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