Sport : Völler siegt

Stefan Hermanns

bedauert den Rückfall der Nationalmannschaft Die Amtszeit des Bundestrainers Jürgen Klinsmann ist bisher recht erfolgreich verlaufen. Die Nationalelf hat nicht nur einige schöne Siege gefeiert, sondern auch mit mutigem und offensivem Spiel das Publikum begeistert. Am Mittwoch aber hat Klinsmann eine empfindliche Niederlage erlitten: Er hat gegen Rudi Völler verloren. Trotz der Wende vom 0:2 zum 2:2 im Spiel gegen die Holländer ist das eine ernüchternde Erkenntnis.

Dass Klinsmann die Nationalmannschaft mutig und offensiv spielen sehen will, ist weder Masche noch Selbstzweck; der Drang zur Offensive ist der Notwendigkeit geschuldet, dass die Deutschen in nur zwei Jahren bis zur Weltmeisterschaft einen immensen Abstand zur internationalen Elite aufholen mussten und müssen. Umso frustrierender ist es, dass das Team bei erstbester Gelegenheit in Völlersche Verhaltensmuster zurückgefallen ist. Als die Spieler merkten, dass sie technisch mit den Holländern nicht mithalten konnten, beschränkten sie sich ausschließlich auf ihre physische Kraft – und feierten sich am Ende auch noch dafür.

Vermutlich hat Klinsmann selbst mit der Reaktivierung von Völlers ehemaligen Führungsspielern Hamann und Wörns ungewollt ein falsches Signal ausgesandt. Doch der Erfolg scheint der Mannschaft Recht zu geben. Hätten die Deutschen versucht, mit den Holländern mitzuspielen, hätten sie vermutlich deutlich verloren. Was also soll das Gejammer? Das Problem ist, dass es nicht darum geht, den Holländern jetzt ein Unentschieden abzuringen. Es geht darum, dass den Deutschen bis zum WM-Finale nur noch elf Monate bleiben, um den Vorsprung der Holländer aufzuholen. Man kann nicht behaupten, dass sie diesem Ziel am Mittwoch näher gekommen sind.

0 Kommentare

Neuester Kommentar