Völler vs. Bierhoff : Völler erhält Unterstützung aus der Liga und legt nach

Nach dem verbalen Scharmützel zwischen Rudi Völler und Oliver Bierhoff ist der DFB bemüht, die Streithähne zu beruhigen. Zu spät: Bereits melden sich erste Bundesliga-Trainer, die sich hinter Völler stellen.

Völler Bierhoff
Foto: ddp

Frankfurt/MainDie Bundesliga will den vom früheren Teamchef Rudi Völler entfachten Konflikt mit der Nationalmannschaft zwar nicht weiter verschärfen, sieht aber berechtigte Gründe für eine differenzierte Betrachtung. "Meine Spielphilosophie muss ich an meine Spieler anpassen, schließlich können wir nicht wie beim DFB die Spieler frei auswählen", sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath. "Wir haben hier andere Voraussetzungen als bei der Nationalmannschaft, um nicht zu sagen: Es ist etwas komplizierter."

Nationalmannschaftsverkäufer Bierhoff hatte am Montag den Zorn Völlers auf sich gezogen, weil er im Gegensatz zur DFB-Elf bei den Bundesliga-Klubs wenig Erfolge beobachte. Bundestrainer Joachim Löw verwahrte sich unterdessen gegen eine solche Aufteilung: "Nationalmannschaft und Klubs sitzen in einem Boot und lassen sich nicht auseinanderdividieren", so Löw, der erkennbar bemüht war, die Wogen zu glätten. Das Verhältnis zwischen Nationalmannschaft und Vereinen sei naturgemäß nicht einfach, so der Bundestrainer weiter, ein "sachlicher Austausch" sei aber zum Wohle aller nötig.

Völler legte indes am Tag nach seiner Attacke noch einmal via "Bild"-Zeitung nach: "Das war ein inszenierter Auftritt von Oliver Bierhoff. Er soll nicht so einen Blödsinn reden." Völler meinte: "Ich habe vielen aus dem Herzen gesprochen."

Zwanziger: "Das müssen wir schnell beenden"

DFB-Präsident Theo Zwanziger forderte Bierhoff und Völler zu einem schnellen Ende ihres Streits auf. Die Wortwahl der beiden Ex-Profis nannte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes "nicht so ganz glücklich". "Natürlich gefällt es mir nicht, dass sich zwei großartige Persönlichkeiten des deutschen Fußballs so öffentlich auseinandersetzen", so Zwanziger weiter. "Das müssen wir schnell beenden".

Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt erklärte: "Ich habe dazu meine Meinung, aber ich will mich nicht auch noch öffentlich äußern." Dortmunds Manager Michael Zorc sagte: "Was die Liga am allerwenigsten braucht, sind Äußerungen der einzelnen Vereine zu dem Streit. Das ist teilweise so ins Persönliche gegangen, dass man es dabei belassen sollte. Daran sollte man sich nicht beteiligen." Zustimmung kam von Hannovers Coach Dieter Hecking: "Es ist nicht alles schlecht, was in der Bundesliga gemacht wird. Wenn du bei Energie Cottbus bist, kann man nicht erwarten, dass die Philosophie von Löw übernommen wird." (mit dpa)

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