Sport : Voller Einsatz im UI-Cup

HSV und VfL Wolfsburg kämpfen um Finaleinzug

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Hamburg Rudi Assauer hat mal in seiner wenig charmanten Art den Wettbewerb als „Döner-Cup“ verhöhnt. Seine Verachtung für den UI-Cup teilt indes nicht jeder. Der Manager von Schalke 04 wird möglicherweise staunen, wie ernst zum Beispiel der Hamburger SV diesen Wettbewerb nimmt. Die Hamburger treten heute gegen Sigma Olmütz (20.15 Uhr, live im DSF) zum Halbfinal-Rückspiel an – voller Ehrgeiz. „Wir wollen in den Uefa-Cup“, fordert Trainer Thomas Doll ohne Wenn und Aber. Um dorthin zu gelangen, muss der HSV aber erst einmal den UI-Cup gewinnen. Wahrscheinlicher Endspielgegner in diesem Wettbewerb wäre der FC Valencia.

Sein Halbfinal-Hinspiel in Olmütz hat der HSV 1:0 gewonnen. Wesentlich ungünstiger ist da die Ausgangslage des VfL Wolfsburg, der nach einem 0:0 zu Hause heute (19 Uhr) bei Frankreichs Vertreter RC Lens zum UI-Cup-Rückspiel antritt.

„Konzentration zu 100 Prozent“ mahnt aber auch HSV-Trainer Thomas Doll bei seinen Spielern gegen Olmütz an. Doll musste jetzt zwangsläufig die Trainingsbelastung etwas herunterschrauben. Schließlich empfangen die Hamburger nur drei Tage nach dem UI–Cup-Halbfinale zum Bundesligaauftakt den 1. FC Nürnberg in der AOL-Arena, im UI-Cup würde das Final-Hinspiel bereits am darauffolgenden Dienstag in Hamburg stattfinden.

Doll überlegt deshalb, ob er einigen Spielern gegen Olmütz eine Pause gönnt. Sergej Barbarez wirkt nach der harten Vorbereitung etwas ausgelaugt, für ihn könnte Benjamin Lauth stürmen. Abwehrspieler Khalid Boulahrouz wird wegen Adduktorenbeschwerden geschont.

So langsam entwickelt sich der UI-Cup für den HSV sogar zum einträglichen Geschäft. „Wir wären schon zufrieden, wenn wir durch die Zuschauereinnahmen unsere Reisekosten für das Rückspiel wieder reinbekommen“, hatte Jörn Wolf, der Sprecher des Vereins, noch nach dem Erstrundensieg gegen Pobeda Prilep aus Mazedonien gesagt. 25 000 Zuschauer kamen in die AOL-Arena, ein paar mehr waren es in Runde zwei gegen Uniao Leiria aus Portugal. Gegen Olmütz erwarten die Hamburger jetzt mindestens 30 000 Zuschauer, gegen den FC Valencia wäre ein Besuch um die 50 000 durchaus realistisch. Dazu kommt Geld aus den Liveübertragungen im Fernsehen und der Bandenwerbung. Das „Hamburger Abendblatt“ vermutet gar, dass der HSV, bevor die Bundesliga richtig losgegangen ist, schon die erste Euro-Million eingenommen hat. Wer redet da vom „Döner-Cup“? kad

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