Volleyball : Der Meister bleibt der Meister

So ist das eben manchmal mit guten Vorsätzen. Da hatte sich der SC Charlottenburg vorgenommen, endlich Anschluss an den übermächtigen Konkurrenten der Volleyball-Bundesliga zu finden, um schon nach 71 Spielminuten eines Besseren belehrt zu werden. Friedrichshafen ist weiter zu stark für den SCC

Katrin Schulze

In einer letztlich einseitigen Begegnung verloren die Berliner am Sonnabend klar 0:3 gegen den Deutschen Meister und Pokalsieger. „Friedrichshafen hat insgesamt doch noch deutlich besser gespielt als wir“, sagt SCC-Mittelblocker Marcus Böhme.

Dabei sah es im ersten Satz gegen den VfB Friedrichshafen so aus, als könnten die Charlottenburger ihr Versprechen einlösen: 15:12 führten die Berliner und konnten sich so schon mit dem Gedanken anfreunden, ein ebenbürtiger Gegner zu sein – ein kurzes Vergnügen. Denn der Vorsprung des SCC schien die Friedrichshafener erst richtig aufzuwecken: Sie spielten nun aggressiver und setzten den Gast aus Berlin mehr und mehr unter Druck. „Bei uns hat einiges nicht mehr geklappt, das war nicht zufriedenstellend“, sagt Böhme. Vor allem bei längeren Spielzügen habe Friedrichshafen stärker aufgespielt. Die Folge? Die Mannschaft von Trainer Michael Warm verlor nicht nur den ersten Satz, sondern ließ sich von den stark aufspielenden Gastgebern zunehmend verunsichern – nicht zuletzt die Aufschläge illustrierten den Unterschied zwischen Meister und Vizemeister.

Die alten Kräfteverhältnisse im deutschen Volleyball scheinen also auch wieder die neuen zu sein: Obwohl Manager Kaweh Niroomand von nicht weniger als „der besten SCC-Mannschaft aller Zeiten“ spricht, gibt es wieder eine Mannschaft, die noch besser ist. Vielmehr gibt es die Mannschaft, die schon seit Jahren der Konkurrenz vorauseilt. „Um ein solches Klasseteam zu schlagen, muss man von der ersten bis letzten Minute maximal Druck machen“, sagte Trainer Warm. „Das ist uns nicht gelungen.“ Immerhin hat der SC Charlottenburg nun Zeit, an dem Klassenunterschied zu Friedrichshafen zu arbeiten: Erst im Februar treffen sie in der Liga wieder auf den Deutschen Meister. 

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben