Volleyball : Gegen die eigene Zukunft

Die Jungvolleyballer des VC Olympia wollen sich im Derby gegen den SCC beweisen.

von
Lizenz zum Schmettern. Der junge Ricardo Galandi (Nr. 9) ist mittlerweile Stammspieler beim SCC Berlin.
Lizenz zum Schmettern. Der junge Ricardo Galandi (Nr. 9) ist mittlerweile Stammspieler beim SCC Berlin.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Ein Satz wäre schön, sagt Söhnke Hinz. Für mehr wird es wohl nicht reichen. Noch nie haben die Nachwuchsspieler des VC Olympia gegen den SC Charlottenburg gewonnen. Und das, da ist sich VCO-Trainer Hinz sicher, wird sich auch heute nicht ändern, wenn die beiden Berliner Volleyballmannschaften im kleinsten Derby des Wochenendes in Lichtenberg aufeinandertreffen (19 Uhr, Anton-Saefkow-Halle). Aber darum geht es im Grunde auch gar nicht.

Denn SCC-Trainer Mark Lebedew wird trotzdem ganz genau hinsehen – ob sich dort auf der anderen Seite des Spielfelds nicht der ein oder andere interessante Spieler verdingt. Der VC Olympia ist identisch mit der Juniorennationalmannschaft und dass diese jede zweite Saison in der Bundesliga antritt, um dem Nachwuchs Spielpraxis zu verschaffen, ist ein einmaliges Projekt – von dem auch der SCC profitiert. Im aktuellen Kader sind Felix Fischer, Sebastian Krause und Ricardo Galandi über den VC Olympia in die Profimannschaft gekommen.

Wie schnell das gehen kann, erlebte vor allem Galandi, der 2007 schon als 18-Jähriger mit einer Doppelspielberechtigung beim SCC aushalf, als dieser unter akuter Verletzungsnot litt. Heute gehört Galandi zum Stammteam der Charlottenburger.

Eine besondere Motivation für die nächste Generation der Nachwuchsspieler. „Auch in der aktuellen Mannschaft gibt es einige Kandidaten, die es schaffen könnten“, sagt Söhnke Hinz. Der 41-Jährige ist seit vier Jahren Trainer der Junioren und hat das Projekt von Beginn an mit aufgebaut. Nun hofft er, dass sein Vertrag im Sommer um weitere vier Jahre verlängert wird. „Es ist sehr reizvoll mit Spielern in dem Alter zu arbeiten, sie zu Profis auszubilden“, sagt Hinz. Wenn allerdings ein Angebot von einem Bundesligisten käme – wie es sie durchaus schon gab – könnte sich Hinz auch einen Wechsel in den Spitzenbereich vorstellen.

Unwahrscheinlich ist aber, dass es der SCC sein wird. Dort ist man mit dem neuen Trainer Mark Lebedew höchst zufrieden. Auch Söhnke Hinz findet, dass dies „der beste SCC der letzten Jahre“ ist. Und der kann sich im Kampf um die Tabellenführung der Bundesliga heute nichts anderes als einen deutlichen Sieg gegen den VC Olympia erlauben. Möglichst wie im Hinspiel ohne Satzverlust.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben